350 ZU DEN MÄRCHEN.
ganzen Natur, Pantheismus, ein Fatum, das gute und bösePrincip, die Trimurti, grosse höhere Götter mit ihrem Götter-berg, so wie Verehrung kleinerer besonderer Gottheiten.
ÜBERSICHT DES INHALTS.
Die epische Mannigfaltigkeit dieser Märchen ist dagegengross, jedes Einzelne hat seinen besonderen Inhalt, und überdie Verwandtschaft und Einstimmung mit andern ist in denjedesmaligen Anmerkungen das Nöthige enthalten. Dennochlässt sich das Ganze in gewisse Massen eintheilen und darnachübersehen.
Erstlich wird der Kampf des Guten und Bösen, vondessen eigenthümlichem Ausdruck vorhin die Rede war, in viel-fachen Verschlingungen und Wendungen dargestellt; häufig inden kindlichen Verhältnissen der Geschwister. Der Bruder istin die Gewalt böser Mächte' gefallen, die Schwester hört esund sucht ihn nun, durch Wälder und Einöden wandernd, scheutkeine Gefahr, vollbringt die schwersten Aufgaben und erlöstihn endlich, denn das Gute und Reine taucht doch am Endeals das allein Wahre und Bestehende hervor und besiegt dasBöse. Und in wie viel schönen Zügen ist dabei das Mensch-liche eingeflochten! Nicht immer gelingt es, den Zauber ganzaufzuheben, die Warnungen der wohlwollenden Geister werdenvergessen und die Arbeit muss von neuem angefangen werden.
Die reinen Geister, indem sie das Gute befördern, beglei-ten sichtbar den Menschen auf seinen Wegen. Daher über-haupt Mythen und Sagen von jenen höheren Menschen, mitdenen die Götter selbst Umgang geflogen, und daran schliessensich die Märchen von jenen besonders begabten, mit un-gewöhnlichen Vorzügen ausgestatteten. Jener kommt schonin einer Glückshaut auf die Welt, ihm schlägt alles Wider-wärtige zum Vortheil aus, er geht selbst in die Hölle, demTeufel seine Geheimnisse abzulocken. Den beiden Brüdernwächst das Gold im Schlaf unter dem Kopfkissen, kein Schussversagt, die Thiere kommen herbeigelaufen, um ihnen zu dienen,und Zauberei vermag nichts gegen sie. Sneewittchen, Aschen-