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1 (1881)
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EINLEITUNG.ÜBER DAS WESEN DER MÄRCHEN.

Kinder- und Haus-Märchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm.

Erster Band. Mit zwei Kupfern. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.

Berlin 1819. Gedruckt und verlegt bei G. Reimer. 12. S. XXI LIV.

JA_indermärchen werden erzählt, damit in ihrem reinen undmilden Lichte die ersten Gedanken und Kräfte des Herzensaufwachen und wachsen; weil aber einen jeden ihre einfachePoesie erfreuen und ihre Wahrheit belehren kann, und weilsie beim Haus bleiben und forterben, werden sie auch Haus-märchen genannt x ). Die geschichtliche Sage fügt meist etwasUngewöhnliches und Überraschendes, selbst das Übersinnlichegeradezu und ernsthaft an das Gewöhnliche, Wohlbekannte undGegenwärtige, weshalb sie oft eckig, scharf und seltsam er-scheint, das Märchen aber steht abseits der Welt in einemumfriedeten, ungestörten Platz, über welchen es hinaus in jenenicht weiter schaut. Darum kennt es weder Namen und Orte,noch eine bestimmte Heimath, und es ist etwas dem ganzenVaterlande Gemeinsames.

| *) Die meisten der hier geschilderten Zustände des Lebenssind so einfach, dass viele sie wohl im eigenen gefunden,aber sie sind, wie alle wahrhaftigen, doch immer wiederneu und ergreifend. Die Eltern haben kein Brot mehr und

] ) Hausmärlein bei Rollenhagen; Abendmärlein, s. Oberlin v. Velzenund das Gedicht von dem Häselin V. 7. Rocken mär lein bei Aventinbaierische Chronik 169 a. 406 a.

*) [Die Seiten XXH XXIV dieser Einleitung sind aus der Vorrede desersten Bandes der ersten Auflage S. IX XIII, s. oben S. 322 324, herüber-genommen ; da sie jedoch abgeändert sind, sollte hier der Zusammenhangnicht durch ihre Auslassung unterbrochen werden.]