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1 (1881)
Seite
328
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328 . ZU DEN MÄRCHEN.

es ist hier ein Fall, wo alle erlangte Bildung, Feinheit undKunst der Sprache zu Schanden wird und wo man fühlt, dasseine geläuterte Schriftsprache, so gewandt sie in allem andernsein mag, heller und durchsichtiger, aber auch schmacklosergeworden und nicht mehr fest an den Kern sich schliesse.

Wir übergeben dies Buch wohlwollenden Händen, dabeidenken wir überhaupt an die segnende Kraft, die in diesenliegt, und wünschen, dass denen, welche diese Brosamen derPoesie Armen und Genügsamen nicht gönnen, es gänzlich ver-borgen bleiben möge.

Cassel, am 18. October 1812 a ).

') Gerade ein Jahr vor der Leipziger Schlacht. [Bemerkung Jacobsim Handexemplar.]

VORREDE.

Kinder- und Haus-Märchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm. ZweiterBand. Berlin, in der Realschulbuchhandlung. 1815. 8. S. III XII.

Il-Lit dieser weitern Sammlung von Hausmärchen ist esder treibenden, starken Zeit unerachtet schneller und leichtergegangen, als mit der ersten. Theils hat sie sich selbst Freundeverschafft, welche sie unterstützten, theils, wer es früher gerngethan hätte, sah jetzt erst bestimmt, was und wie es gemeintwäre; endlich hat uns auch das Glück begünstigt, das Zufallscheint, aber gewöhnlich beharrlichen und fleissigen Sammlernbeisteht. Ist man erst gewohnt auf dergleichen zu achten, sobegegnet es doch häufiger, als man sonst glaubt, ja das istüberhaupt mit Sitten, Eigenthümlichkeiten, Sprüchen undScherzen des Volkes der Fall.

Die schönen plattdeutschen Märchen aus dem FürstenthumPaderborn und Münster verdanken wir besonderer Güte undFreundschaft; das Zutrauliche der Mundart ist ihnen bei derinnern Vollständigkeit besonders günstig. Dort, in altberühmten