Druckschrift 
1 (1881)
Seite
319
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WIDMUNG AN BETTINA VON ARNIM. 319'

um mit diesen Märchen mich wieder zu beschäftigen ? Hatte ichdoch auch im Jahre 1813 an dem zweiten Band geschrieben,,als wir Geschwister von der Einquartierung bedrängt warenund russische Soldaten neben in dem Zimmer lärmten, aberdamals war das Gefühl der Befreiung der Frühlingshauch, derdie Brust erweiterte und jede Sorge aufzehrte.[Cassel am 17. September 1840.]

Diesmal kann ich Ihnen, liebe Bettine, das Buch, das sonstaus der Ferne kam, selbst in die Hand geben. Sie haben unsein Haus ausserhalb der Mauern ausgesucht, wo am Rande desWaldes eine neue Stadt heranwächst, von den Bäumen geschützt,von grünendem Rasen, Rosenhügeln und Blumengewinden um-geben, von dem rasselnden Lärm noch nicht erreicht. Als ichin dem heissen Sommer des vorigen Jahres während der Morgen-frühe in dem Schatten der Eichen auf und ab wandelte unddie kühlende Luft allmählich den Druck löste, der von einerschweren Krankheit auf mir lastete, so empfand ich dankbar,wie gut Sie auch darin für uns gesorgt hatten. Ich bringeIhnen nicht eins von den prächtigen Gewächsen, die hier imThiergarten gepflegt werden, auch keine Goldfische aus demdunkeln Wasser, über dem das griechische Götterbild lächelndsteht: warum aber sollte ich Ihnen diese unschuldigen Blüthen,.die immer wieder frisch aus der Erde dringen, nicht nochmalsdarreichen? Habe ich doch selbst gesehen dass Sie vor einereinfachen Blume still standen und mit der Lust der ersten.Jugend in ihren Kelch schauten.

Berlin im Frühjahr 1843.

Wilhelm Grimm..