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1 (1881)
Seite
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AENIMS KRONENWÄCHTER. 303

Sixt, und der Ton des tiefsten Ernstes wird angeschlagen inder Erzählung von dem Ende des Baumeisters, einer schwer-sinnigen, aber durchaus edlen Gestalt von solcher Tiefe, dasser wohl auf dieser Höhe den Tod suchen konnte. Sein Gesangist grossartig und ergreifend.

Wir werden jetzt zu einer Begebenheit geführt, die denKeim der folgenden Entfaltung enthält, den Anfang von Ber-tholds zweitem Leben. Wir haben in dem vorangehenden dieHand Gottes gesehen, welche also die Geschicke des Knabenund Jünglings gelenkt hatte, und fühlen wir das Traurigedieses Herabbeugens und frühen Zerschneidens, so ist es docheine milde Trauer; ihm war dabei viel Freude bescheert worden.Hielten trockner Sand und harter Stein die Säfte den Wurzelnzu sehr zurück, dass die Pflanze nicht zur Blüthe kam, siehat doch ihren Himmel und ihre Sonne und die erquickendenSterne gesehen, und der Samen war von dem Herrn dahingesäet. Durch die Vertauschung seines kalten Blutes mit demheissen des starken Antons reisst sich Berthold selbst aus seinerihm gegebenen Stelle. Dass er Unrecht that, fühlte er, dei-bloss Gesundheit suchte, nicht; wir fühlen es wohl, denn unslässt der Dichter durch die Art, womit er den Doctor Faustschildert, nicht im Zweifel; aber ob, was wir, weil es nur zuahnen ist, das Unaussprechliche nennen, in dem vertauschtenBlut nicht zu sinnlich und irdisch grob ausgedrückt sei? DieFrage wird sich jeder vielleicht anders beantworten, in unsregt sich ein Gefühl dagegen. Ungewisser, geheimnisvollerhätte es immer ausgedrückt werden können, damit es nicht sohart hereinbreche; die widerwärtige Pumpmaschine übersiehtman bloss wegen der lärmenden Farben, womit Doctor Faust(übrigens .sehr gut, wo sich der Dichter nicht dann und wannzu viel Spass mit ihm gemacht) gezeichnet ist.

Giebt man einmal die Statthaftigkeit des Motivs zu, so istes aufs vortrefflichste benutzt und die Geschichte entwickeltsich daraus in unendlichen, lebensvollen Bewegungen. In Ber-thold dringt bald der neue Mensch heraus; in dem Versuch,,reiten zu lernen, erscheint er ein wenig zu lächerlich, undman wünscht ihn schneller vergessen zu können. Seiner natür-