DIE KRONENWÄCHTER VON L. ACHIM VON ARNIM.
Erster Band. Berlin 1817 in der Maurerschen Buchhandlung. Mit dem zweitenTitel: Bertholds erstes und zweytes Leben. Ein Roman.
Heidelbergisehe Jahrbücher der Literatur. 8. Jahrgang XI (1818), Band I,No. 29. S. 452—464.
[Mit Bettina von Arnim.]
-Lnese Dichtung hatte uns an vielen Stellen angezogen,wie wenig Bücher der Art, an eben so vielen herzlich erfreutund erquickt; doch blieb uns am Schluss vor allem das Gefühl,dass sie aus einem vollen, überströmenden Herzen geflossen,innerlich sich keiner Unwahrheit bewusst sei. Wer die Mess-waaren unserer Poesie näher ansieht, weiss, wie viel sie durchzusammenschraubende, auch wohl zusammenleimende Fertigkeitausrichten, zumal wenn sie von einem Kunstflrniss überzogensind, das heisst, wenn viel Talent und Geist daran glänzen;es ist dann wohl gesagt worden, dies seien Werke aus demtiefsten Grunde herausgeholt, ihm gleichsam abgedrungen, unddennoch könnte man von ihnen sagen: es ist alles schön daringemacht, aber morgen wird es verwelkt sein, während wir hiersagen: dieses und jenes gefällt mir nicht oder es ist meinerGesinnung fremd, selbst entgegen, doch giebt jedes Blatt Zeugnisvon seinem Leben, welches auszulöschen in keines MenschenGewalt steht. Nicht ohne Aufmerksamkeit und grossen Ernst,aber freudig und peinlos, wie jemand arbeitet, der seines Berufsgewiss ist, werden die Eimer in dem reinen Born der Dichtunggefüllt und über uns ausgegossen. Dies ist das erste undgrösste Lob, das wir auszusprechen wissen, denn dieser Geistdes Ursprünglichen gleicht ja dem Licht in der Natur, das