ARNIMS DOLORES. 297
Die Sterne blinken zweifelhaft im BlauenUnd leiden's nicht, sie länger anzuschauen.
Wir meinen, dass jeder von diesen wenigen Worten rnussberührt werden, noch mehr, wenn er sie mit der schönen Me-lodie hört. Die beiden Romanzen von Ost und West und vondes Bergmanns ewiger Jugend haben wir mit grossem Ver-gnügen gelesen, die auch in der Sprache durchaus klar sind.
Von vielen anderen trefflichen Einzelheiten wollen wir nichtreden, sie gehören in den Zusammenhang und sind zur Lustfür die, welche empfänglich sind, das Ganze zu lieben mitallen Eigenthümlichkeiten; zum Arger aber für die anderen,weil sie sich doch wiederum nicht wegleugnen lassen. Es lebtin dem ganzen Buche ein reicher Geist, eine freie Ansicht desLebens und ein rechter Muth. Dafür, dass hin und wiederNachlässigkeit in der Zusammensetzung zu erkennen, ist auchder Schimmer und frische Morgenthau einer freien Dichtungüber das Ganze ausgebreitet, welchen die Qual und Noth einesmühsamen Zusammenarbeitens abwischt und den ein Spiegel-glanz mit aller Politur doch nie erreicht. Wir gehören auchzu denen, welche die Poesie für eine freie Gabe des Himmelshalten, die nicht kann erjagt werden, wie nach der alten Sagedas Einhorn von keinem Jäger, welches aber freiwillig zu einerreinen Jungfrau kommt und sein Haupt auf ihren Schooss legt.
[anonym; im Verzeichnis: Von GVmr.]