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indem sie überall erscheint, da nichts einzeln und hart dastehenkann, sondern einen milden Übergang verlangt und das Edelstenur als die Blüthe und Spitze des Ganzen. Wir sollen sie alsdas Bedürfnis derer betrachten, die mit offenen Augen in dasLicht zu sehen nicht vertragen, und für die Zukunft wie Pflanzen,die gesäet werden, um edlere Keime, die langsamer wachsen,weil sie höher steigen müssen, unter ihrer Richtung und ihremSchatten aufgehen zu lassen.
Wir haben an diese Bedeutung der nachziehenden Poesie,woran unsere Zeit reich ist, erinnert und ihren Werth erkannt,um uns zu jener hinwenden zu dürfen, die einen grösseren hat,weil sie edler ist und frei geboren, in welcher allein der Welt-geist fortwächst und die darum seltner sich zeigt. HerrlichePflanzen sind nicht häufig, jener gewaltige Baum von Tolucaerscheint vielleicht nur periodisch und nur in wenig Individuen,oft wird er der einzige sein. Sie ist es, welche uns in demGeist dieses Buchs begegnet. Es ist durchaus in dem reinstenSinn das Wort originell; wir meinen damit, dass, währendes alle Vortheile benutzt, welche die Zeit erwecken (wie etwa,um ein Geringes zu erwähnen, der freigegebenen Sprache), undwelche die nachahmende Sucht nach dem Original nur verwirft,es doch gänzlich auf einer eigenthümlichen Ansicht des Lebensberuht. Was die Poesie sei, wird uns ein ewiges Geheimnisbleiben, wie das Leben selber, das unaufhaltsam fortschreitendstets ein neues Antlitz zeigt und zu keiner verlassenen Gestaltzurückkehrt. So thut jeder originale Dichter eine neue Weltauf, über die zu urtheilen wir kein Recht haben, sondern diewir anerkennen und ehren müssen; wir dürfen nur sagen, wieweit wir von unserem Standpunkt hinein sehen können, dashaben wir als Recensent bedacht.
Wir begreifen die Neigung eines Dichters zum Romanleicht, indem er das wichtigste Buch der modernen Poesie ist.Er vertritt gewissermassen die Stelle des Epos. Dieses ent-springt in der Zeit einer grossen Nationalgesinnung, es begreiftdaher in dem Ganzen jeden Einzelnen und seine Thaten schreitenüber die Erde hin, wie ein grosses Heer, wie die Wanderungeines Volks; es dringt über die Felder, Berge, Thäler und