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1 (1881)
Seite
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DIE SCHÖNE LITTER ATÜR DEUTSCHLANDS VON HOHN. 273

Kreis um sich gezogen und die Krone getragen hat. So warin allen Zeiten eine Poesie da, die nicht bloss von dem Einzelnenabgehangen.

Indem der Verfasser dieses verkannt, hat er die Poesiedes ganzen Zeitraums bloss persönlich dargestellt, und währendin den früheren Jahrhunderten die Dichter selbst verschwindenund ihre Namen nur ein Einziger trägt, so scheint hier dasUmgekehrte möglich geworden zu sein. Es lag wenig daran,ob er äusserlich die Periode angab, wenn er nur mehr dasLeben der Poesie in den Dichtern dargestellt und so eine dergrössten Belehrungen der Geschichte nicht entzogen hätte; dasWenige, was gelegentlich eingefügt worden, können wir un-möglich für hinlänglich erklären. Eine äussere Ungerechtigkeitist schon durch dies blosse fragmentarische Nebeneinanderstellender Dichter hervorgegangen, denn da das Urtheil über denWerth derselben nicht ohne ihr Verhältnis zur Zeit gedachtwerden kann, so ist es gekommen, dass wir ein schwaches Ver-dienst der früheren Periode mit einigen wohlwollenden Wortenuns nahgerückt sehen, während in späteren ein ohne Zweifelbesseres mit einem noch kürzeren Tadel kaum bemerkbar ver-schwindet.

Das Vorangehende mag als Einleitung und allgemeines Ur-theil gelten, wir können uns jetzt unmittelbar zu dem Bucheselbst wenden, um im Einzelnen jenes zu bewähren. Die aufdrei Seiten gegebene Einleitung von dem politischen ZustandeDeutschlands theilt eigentlich weniger mit, als sie bemerkt, dasNöthige sei bei dem Leser vorauszusetzen. Ein umständlicherAbschnitt über das öffentliche und häusliche Leben, das Ver-hältnis der Dichtkunst zur Gelehrsamkeit, des Adels zu demBürger grosser Städte und über die Volkspoesie jener Zeit, andie hier niemals gedacht worden, wird ein anderes Werk ein-mal passend einleiten; auch die Bemerkung gehört hierher, dassdie poetische Entwickelung nicht immer mit der politischen,deren Einfluss übrigens ausser Zweifel ist, parallel gelaufen undnicht alle Stützen des Menschen zugleich niedergesunken sind.Über die erste Periode bis zu Klopstock und Winkelmann etwahaben wir im Ganzen wenig zu bemerken, die Haltung gegen

W. GRIMM, KL. SCHEUTEN. I. IS