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1 (1881)
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DIE SCHÖNE LITTERATÜR DEUTSCHLANDS

WÄHREND DES ACHTZEHNTEN JAHRHUNDERTS.

DARGESTELLT VON FRANZ HÖRN.

Berlin und Stettin bey Friedr. Nicolai, 1812. 224 S. in 8.

Heidelbergische Jahrbücher der Litteratur. 8. Jahrgang V (1812) Band II,N. 58. 64, S. 913-928. 1002-1008.

Wie man auch über diese Schrift zu urtheilen gesonnensei, nach Beendigung derselben muss man von zweierlei einenangenehmen Eindruck behalten. Erstlich davon, dass der Ver-fasser überall darauf hinausgegangen, sein eigenes Urtheil zuhaben, dabei mit dem Vorsatz, nicht einseitig oder streng esauszusprechen, sondern mild und innerhalb der Grenzen einesbilligen Anstandes. Diese Redlichkeit, die durch das ganzeBuch hin leuchtet, selbst im Irrthum befangen, muss um somehr erfreuen, als sie nicht häufig angetroffen wird, und wiesie dem Ganzen einen gewissen Werth verbürgt, so liegt in ihrauch das Zeugnis für den Grad von Fleiss, den der Verfasserbei seinem Studium angewendet hat. Auch der Lohn konntenicht ausbleiben, den jede eigene Arbeit gewährt: manche bessereAnsicht, gute und treffende Bemerkungen im Einzelnen; waswir alles hier anerkennen und wofür wir dem Verfasser dankenwollen. Sodann ist ein lobenswürdiges Streben nach Unpar-teilichkeit in Beurtheilnng der Dichter nicht zu verkennen unddas Bemühen, auch ein geringes Verdienst im Ganzen nichtzu übersehen.

Das ist das Günstigste, was wir von diesem Buche aus-sagen können und was wir gern voranstellen. Gedenken wirnun den Werth desselben zu schätzen, so fällt sogleich die Engedesselben in die Augen. Auf nicht mehr als ein und zwanzigBogen kleines Formats wird uns eine Geschichte der poetischenBemühungen eines ganzen Jahrhunderts gegeben; wir wissen,dass eine Arbeit nicht nach dem äussern Umfang zu schätzen