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, 238 KUNSTPOESIE.
Wielandische Stanze, den jambischen Rhythmus und dergleichen,die andere, welche die Hagen'sche Ausgabe repräsentirt, ist insich würdiger, weil sie aus Achtung und Liebe floss vor demEhrwürdigen; allein sie wollte nicht sowohl das Lied modern,als uns alt machen oder die Mühe theilen (aber auch den Lohn)für das Gedicht und den Leser, dass beide sich entgegen kämenund in dem neutralen 16. Jahrhundert unterhandelten, wer nunde n andern mitziehe.//'Zurück geht aber überhaupt der Menschniemals, auch nicht in die bessere und poetischere Zeit des*** kindlichen Alters. So bleibt ein dritter Weg, den eignen Geistin der Betrachtung der Schönheit altdeutscher Poesie zu stärkenund zu kräftigen und die Zweige des ausgehöhlten Baumeslrtr y herabzubeugen in die heimische Erde, damit ein neuer Stammerwachse frisch und treibend; einzuschliessen in das beschauendeGemüth und zu begreifen das Leben der Alten und neu zugebären im Geiste, denn immer neu geboren und ewig jugend-lich ist die Poesie wie das Leben der Natur. So muss wahrwerden, wie man sagt, dass das echte Neue nur aus dem Altenkeime. / Aber wenigen ist es gelungen. Unsere gesammtemoderne Poesie darf auch so ein Dichtergarten genannt werden,als sie gleich einem botanischen die Pflanzen aus allen Welt-gegenden versammelt, unter denen mancher Strauch blüht, lustiganzusehn (auch die schlangenförmigen saftlosen der heissen Zonenstehen darin), die aber nirgend zu einer Laube zusammengebogensind, in welcher man bei einem Trunk rheinischen Weins desLebens sich erfreuen könnte; das Gitterwerk der Ästhetik, dasdaran gestellt wird, achtet keiner, und jeder wächst mit Rechtauf seine eigne Hand fort, nur nicht zum andern, so dass dieHitze dazwischen nur ärger sticht. Viele stimmten Laute anaus alter Zeit, aber ohne Stimme, und wer hat gesungen ausreiner kindlicher Brust wie jene, einfältige herzliche Lieder?Wenige, die wir nicht nennen, weil sie in dem Andenken undder Liebe jedes Bessern sind.
Auch hier soll das alte Lied in einem selbstständigen Ge-dicht uns übergeben werden. Eine andere Gesinnung tritt hinzuund beschaut die Stätte, an welcher ein Leben so herrlich ge-kämpft hat, das äusserlich gering war gegen das Ungeheure,