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1 (1881)
Seite
215
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DIE LIEDER DER ALTEN EDDA. 215

Endlich ward der Originaltext dieser Übersetzungen imJ. 1787 von dem Magnaeischen Institute, belebt durch SuhmsEifer, mit einer lateinischen Übersetzung und Glossar, beide haupt-sächlich von Gudmund Magnaeus gearbeitet, auf eine gelehrte undschätzbare Weise als der erste Theil der Edda Saemundarbekannt gemacht. Rechnen wir den Grottasaungr hinzu,welchen Thorlacius in dem fünften Specimen seiner interessantenantiquitates boreales herausgab, so schliesst sich hier die Literaturder alten Edda im Norden. Für Deutschland ist noch zu be-merken, dass Gräter (der auch in Bragur I Thrymsquidaisländisch und dänisch abdrucken liess) in seinen nordischenBlumen (1789) acht dieser Rhapsodien (in Bragur I, 2. die neunte)übersetzte: eine Arbeit, die im Ganzen Lob verdient und welchedadurch besonders noch rühmlich war, dass sie zuerst auf dieWürde und den poetischen Werth dieser alten Lieder aufmerk-sam machte, die man, wie überhaupt die nordische Mythologie,durch Schimmelmanns Übertreibungen oder leichtfertiges Ab-sprechen anderer namhafter Gelehrten, welchen man nicht zu-traute, dass sie aus Unwissenheit so sprachen, veranlasst, ent-weder gering schätzte oder aus Herders Lob *) nur entferntkannte.

II.

Das Institut hatte in dem ersten Theile aus der SaemundischenEdda die Lieder ausgewählt, welche die Theomythien ent-hielten, und alle diejenigen blieben zurück, welche in diefrühe Sagengeschichte eingiengen. Man darf dies nicht tadeln,selbst wenn einige Vorliebe Schuld daran, und da ohnehin dieersten Äusserungen des Geistes religiös sind und die Sage erstspäter daraus erwächst, so wäre diese Folge die richtige ge-wesen. Allein die Hoffnung, nach der Erscheinung des erstenTheils den zweiten bald zu erhalten, gieng nicht in Erfüllung,selbst als, auch nach einem langen Zwischenräume, das Institutwiederum sich thätig zeigte, wurden diese Lieder übergangen.

l ) Hören. 1796. 1. Stück. Ideen zur Geschichte der Menschheit II, 29. 178.Stimmen der Völker 425443. [IV, 68].