TROJANISCHE ABKUNFT DER FRANKEN. 211
Die Hinweisungen auf asiatische Abkunft in den nordischenSagen sind allgemein und gehören nicht hierher. Merkwürdigaber ist, dass in der Vorrede der Jüngern Edda, da wo sie diegenealogischen Tabellen enthält, die wahrscheinlich auf Tradi-tion beruhen, Othin von Priamus, König von Troja, hergeleitetwird: in der achten Fabel (bei Resen) heisst es sogar: Asgar-dur that er Troja, Asgard das ist Troja. Nach dem Lang-fedgatal sind gleichfalls die trojanischen Helden die Vorfahrender nordischen. Dass die Sage von den Britanniern, die sichbekanntlich von Brutus herleiteten, herübergekommen nach Scan-dinavien, wie Thorlacius (om Thor og Hans Hammer, Skan-dinavisk Museum III, S. 11) behauptet, müsste bewiesen werden.Wie andere Völker ihren Anfang von der Zerstörung von Trojahernahmen, s. Pasquier recherches L. I, eh. 14.
Es scheint damit die frühe Existenz und Allgemeinheit derSage dargethan, und es darf nicht bei dem Ausdruck des Liedsan eine zufällige seltsame Verwechslung gedacht werden. Übri-gens ist es kaum nöthig zu bemerken, dass es nur darauf an-kam, ihr Dasein zu beweisen, nicht, dass sie begründet in derHistorie; wiewohl immer noch kann behauptet werden, wer sienicht ohne Bedeutung glaube, habe das vor sich, dass eine echteVolkssage niemals eine eitle Erfindung ist, sondern dass sie stetsauf einer Wahrheit ruht. a )
') Pasquier sagt: quant ä moy, je n'ose ny bonnement cemtravenir ä eetteopinion, ny semblabement y consentir librement.
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