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1 (1881)
Seite
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ALTDANISCHE HELDENLIEDER. 203

ohne ihn kaum möglich gewesen, zu diesen Schätzen zu gelangen,sage ich um so lieber, als auch diejenigen, welche für dieseZeugnisse einer frühen Bildung Neigung und Interesse haben,erfahren, an wen sie ihren Dank für die Mittheilung derselbenzuerst richten müssen. Gemeinschaftlich mit meinem Bruderwerde ich diese Edda mit einer deutschen Übersetzung heraus-geben: das Nähere wird eine besondere Ankündigung enthalten.Es sind diese Lieder einzelne Theile jenes grossen Nationalepos,das einmal unter allen Völkern germanischer Abkunft scheintlebendig gewesen zu sein, in einer sehr frühen Gestaltung auf-bewahrt. Wem die Poesie etwas mehr ist, als eine von seinerZeit und seinen Dichtern ihm eingelernte Weise, die an sich vor-trefflich sein kann; wer alles dazu rechnet, was einmal in desLebens Herrlichkeit sich aufgeschlossen, der wird diese Dich-tungen gewiss anerkennen. Denn auch das ist das Wesen derPoesie, dass sie aus dunklen Zeiten, aus der nur wenige schwei-gende Ruinen stehen, über welche der Blick der Gegenwart un-achtsam hingeht, und von welcher die Geschichte kaum etwasspricht, Gestalten in dem hellsten, lebendigsten Glanz hervor-treten lässt, in deren Tugend, Muth und Schönheit wir sehen,dass auch damals Grosses und Mächtiges gewesen.