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1 (1881)
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ALTDÄMSCIIE HELDENLIEDER. 201

demnach die Hauptsache, doch wird man auch zu den meistenLiedern der andern Abtheilung Anmerkungen finden. Theilsdarum, weil sie Interesse für sich haben und das ausführen, wasin der Vorrede gesagt worden; theils, weil das Original dazuauffordert, indem fast über jedem Lied eine kleine Einleitungsteht, in welcher zwar oft nur der blosse Inhalt angegeben odereine moralische Anmerkung gemacht, zuweilen aber einige histo-rische Nachweisungen enthalten sind. Während diese nicht solltenverloren gehen, waren sie auch wieder zu berichtigen und zuergänzen, so dass ich dennoch bei weitem für den grössten Theilderselben einstehen muss. Um indessen kenntlich zu machen,was aus dem Original entnommen, so ist es, wie auch bei denHeldenliedern, durch ein Zeichen unterschieden worden.

Ich füge noch eine Bemerkung hinzu, die das Ganze in denrichtigen Gesichtspunkt stellen soll. Man wird durchgehends eineNeigung finden, aus den poetischen Denkmälern aller Völker, soweit es möglich ist, zusammen zu stellen, was eine gewisse Ähn-lichkeit hat. Manchmal wird sie überraschend sein, manchmalvielleicht wird sie erzwungen scheinen: sie ist aber immer nuraufgestellt, ohne dass ein Grund dafür angegeben wäre. Damitman indes nicht vermuthe, es sei an einen zu seltsamen dabeigedacht oder im schlimmem Fall an gar keinen, so soll hierkürzlich bemerkt werden, was damit gemeint ist. Es scheintnämlich, dass es sich mit der Poesie eben so verhalte, wie mitder Philosophie der Völker, und dass dasjenige, was Görres inseiner Mythengeschichte, deren Resultate wir mit zu den grösstenrechnen, die die Zeit gewonnen, von dieser dargethan, auch vonjener gelten werde. Das Göttliche, der Geist der Poesie ist beiallen Völkern derselbe und kennt nur eine Quelle; darumzeigt sich überall ein Gleiches, eine innerliche Übereinstimmung,eine geheime Verwandtschaft, deren Stammbaum verloren ge-gangen, die aber auf ein gemeinsames Haupt hindeutet; endlicheine analoge Entwickelung; verschieden aber sind die äusserenBedingungen und Einwirkungen. Darum finden wir neben jenemEinklang auch wieder eine Verschiedenheit in der äusseren Ge- \/staltung, abhängig von dem Himmel, worunter die Pflanze ge-standen, und die in grossen Massen nachzuweisen ist, wie im