200 NATURPOESIE.
der Elfen in einer ewigen Musik lebt; Kindern, die an dasUfer kommen und ihn in der Einsamkeit erblicken, erweckt erStimme und Lust zum Gesang. Möchten diese Lieder auchalso Lust erwecken! Denen, die sie daraus gewinnen können,ist diese Übersetzung bestimmt: denen aber, welche die Liederdes alten Sängers gehört und wiedergesungen, ist sie zugeeignet*).
W. C. Grimm.
AUS DEM ANHANG.
In der Vorrede sind diese Lieder aus allgemeinen Gesichts-punkten betrachtet worden: ich habe meine Meinung von ihremUrsprung, von ihrem Alter und von dem Verhältnis geäussert,in welchem sie zu einheimischer sowohl als fremder Dichtung:stehen. Auch das Interesse ist genannt, welches sie für alt-deutsche Poesie haben, dadurch, dass der älteste und merkwür-digste Theil derselben, die Heldenlieder, in den Sagencyklus desNibelungenlieds und des Heldenbuchs eingreift. Die besondereAusführung dieser Bemerkungen, namentlich die Erläuterungdieser Verwandtschaft der nordischen und altdeutschen National-dichtung in einer Sage insoweit sie hier sich zeigt, schien dortnicht an ihrem rechten Platz zu sein. Sie durfte nicht auf denstossen, welchen die freie Lust an der Poesie zu diesen Liedernbringt: doch auf den, welchem die Geschichte derselben eineigenes Studium bildet. Da aber eben dieses Studium Anlassder Übersetzung war, so wollte ich nicht mit Stillschweigen über-gehen, was ich durch die Betrachtung des Einzelnen, vorzüglichdurch die Zusammenstellung der verwandten Sagen zu einersolchen Erläuterung beitragen konnte, und lieber es in einembesondern Anhang mittheilen; das wenige, was zur Verständlich-keit beim Lesen durchaus erforderlich, ist gleich an der Stellein Noten bemerkt, und so wird niemand gegen seinen Willenhierher geführt werden. — Eine Erklärung der Heldenlieder ist
*) [Die Widmung lautet: Dem Freiherrn Ludwig Achim von Arnim undClemens Brentano zugeeignet.]