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1 (1881)
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185
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ALTDANISCHE HELDENLIEDER, 185

wir die Volkslieder wegen der Gewalt und Wahrheit lieben,mit welcher sie das Leben und das Grösste des Lebens nahvor uns hinstellen, so sehen wir in den Kunstgesängen alleKräfte der Menschheit gesteigert, die Helden idealer und höherzu den Göttern gerückt. Eine nähere Vergleichung wird da-durch möglich, dass wir an beiden Orten dieselbe Fabel behan-delt finden. In einem Lied (Nr. 27.), welches aus andern Grün-den nicht zu den Heldenliedern ist gestellt, wiewohl es an Alterihnen gleich kommen dürfte, wird erzählt, wie ein verlorenerHammer listig wieder gewonnen worden; und davon findet sichauch in der Edda Saemundar ein Gesang. Zug für Zug folgensich beide Dichtungen in der Fabel*), nur dass der Riese inder Edda nicht vor Schrecken über das ungeheure Essen derBraut und, um sie wieder los zu werden, sondern um sie zuheiligen, den Hammer bringen lässt, und dass er, wie er sieküssen will, unter dem Schleier zurückfährt vor ihren grossenAugen. Aber diese Abweichungen gehen nur darauf, die Er-zählung noch mehr zu heben und prächtiger zu machen. Dennhier trägt sich alles unter Göttern zu: Thor rüttelt den Bartund schüttelt das Haupt, wie er seinen Hammer nicht findet;Lokke verlangt das Federkleid von Frigga, und sie will es ihmgeben, und war es von Gold und war es von Silber. Und wiegöttlich zürnt Freia bei dem Antrag, des Riesen Frau zu werden!alle Götterwohnungen erbeben und das grosse blitzende Kleinodzerspringt. Dagegen ist im Volkslied auch nicht eine Spur vonGöttern, es sind andere Namen (nur der listige Diener heisstauch Lokke), alles geht menschlich zu und ist ganz schmuckloserzählt. Nur glaube man nicht, dass dieses etwa nach der Eddabearbeitet sei, es ist so wenig als das Umgekehrte der Fall: dieIdee einer solchen Abänderung ist gar nicht volksmässig, unddeutlich spricht dagegen, dass in den Kämpe-Viser noch eineandere Recension von dein Lied mit andern Namen angeführtwird. Wie übrigens die Volkslieder und die Skaldenpoesie alsinnerlich verschieden entgegengestellt wurden, so ist dieserGegensatz auch in der Form sichtbar. Bei den Skalden näm-

') S. Anhang Nr. 27.