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1 (1881)
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ENTSTEHUNG DER ALTDEUTSCHEN POESIE. 165

Nun gehet meine Fiedel, ihr tanzet und springet im Kreis,nur wird unter meinem Panzerring vor grosser Arbeit heiss.

Das war Herr König Guncelin, der vor Grimilden trat:

hilf nun gegen diese harte Helden oder scheid von ihnen uns ab.

Ihr schlaget nun meine guten Mann, all, denen ich gebe das Brot,ihr lasset ja davon nicht ab, bis Folquard lieget todt."

Hör du, Schwester Grimild, sie hauen mir tiefe "Wunden,

du warst mir nimmer treu und gut, das hab ich jetzt befunden.

Ich habe nun gewachet in Tag und Nächten sieben,

ich räch' gewisslich meinen Tod, eh ich mein Leben verliere.

Mein theur Schwert ist verloren, mein gute Eisenstang entzwei,meine Sorg wollt ich verwinden, könnt' ich fahn eine Waffe frei.

Da sprach der junge Obbe Jern, er stand so nah bei ihm:

ich leihe dir mein gutes Schwert, mein Bruder hatt' es so lieb."

Mich däucht, du musst ein frommer Held und dazu viel stark sein,das kann ich merken ohne Falsch am Fiedelbogen dein."

Ich dank dir, junger Obbe Jern, du bist ein Kämpfer so reich:ich und all die Brüder mein dienen dir mit aller Treu.

So hieb der Folquard Spielemann, dass man's hört unter den Wolken

hoch hin;

viel lieber wollt' er männlich sterben, als schimpflich entlaufen und

fliehn.

IV.

HUNDERT UND VIERZIGSTES CAPITEL.

Und zu dieser Stunde kam die Königin (Sisile) in Kindesnöthenund gebar ein schönes Kindlein, da nahm sie ihren Methbecher, einenHafen von Glas, den sie gehabt, und wickelte das Kind in Kleider,