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1 (1881)
Seite
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162 NATÜßPOESIE.

Hier werden hundert Wittwen, eh du lässt ab vom Streit,"da sprach zu ihr Held Hagen: das hast du selber bereit't.

Das war des Held Hagen, lüftet den Helm am Haupte sein:ich brenne also sehre unter den Eisenhänden mein."

Ich bin beides, matt und müde von ganzem Herzen mein:

gieb, guter Vater im Himmelreich, hätt' ich ein Hörn mit Wein."

Und seinen Helm hob er sich ab, er trank vom Männerblut:in nomine domini, das war Held Hagens "Wort.

Nun liegen todt zur Erde all' die Chriemhilden Mann,das hat Held Hagen alles mit seinem Bruder gethan.

Gott gnade dir, Folquard Spielemann, du liegst als Leiche dabei,du hast gebraucht deine gute Stahlstang, und das in aller Treu."

Vier und zwanzig fielen für einen da, sie konnten nicht stehen vor ihm.er tödtet sie als ein Held, eh' er zur Erde fiel hin;

Ach, herzelieber Bruder, unselig ist diese Fahrt,

dass ich dich nun soll missen, mein Schicksal ist so hart."

Erleb' ich einen Tag oder eine Nacht, eh' die sich mögen enden,so soll's entgelten die Schwester mein, ich will sie tödten oder ver-brennen."

Das böse Schicksal kam, er ward dazu erschlagen.

Chriemhilden Hess König Hagens Sohn im Berge zu todt sich klagen.

DAS DRITTE LIED VON SELBIGER VERRÄTHEREIGRDpLDS GEGEN IHREN BRÜDER.

Solche Kämpfer wie Held Hagen und seinen Bruder, den Spielemann,wo man wohl solche finden und solche rühmen kann?

Bodild, Held Hagens Mutter, die trat da vor ihn hin:

dass die Fohlen all todt wären, däucht mir in meinem Sinn.