Druckschrift 
1 (1881)
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

ENTSTEHUNG DER ALTDEUTSCHEN POESIE. 159

Darauf antwortet ein Kämpfer, ein Vogt wol über das Land:den Preis will ich gewisslich vereinen mit deiner freien Hand.

Den Preis will ich erwerben, ich schlag Held Hagen zu todt;so herrsch' ich über deine Burgen und über dein Gold so roth.

Dazu sprach Folquar Spielemann, mit seiner starken Eisenstange,ich werde dich schon finden, eh du kannst zu mir gelangen.

Er schlug auf den ersten Schlag fünfzehn Kämpfer, die da lagen:Hei! Hei! Folquard Spielemann, wie rührst du den Fiedelbogen!"

Also schlug er die Kämpfer, eine Brücke davon er macht,

Und die war beides breit und lang, gar gross Unruhe sie bracht.

Zu oben waren die Häute, zu nieden die Erbsen klein,das machte, dass Held Hagen der allererst fiel hin.

Und da der Held Hagen wollt wiederum aufstehen:

-Halt du nun lieber Bruder, du weisst wie die Sachen gehn."

Halt nun du allerliebster Bruder mein, du hältst deine Treue so sehr;das erste du mögest zur Erde fallen, du w r ollest aufstehn nimmermehr."

So getröstet ward Held Hagen, er wollte nicht brechen sein Wort;Er stand auf beiden Knieen, da er empfieng die Todeswund.

Doch schlug er drei Kämpfer, die waren nicht von den geringsten,so gieng er hin nach Hammer, seines Vaters Schatz zu finden.

Doch war das Glück so freundlich ihm, er empfieng Jungfrauengunst;das war die stolze Huenild. mit der zeugt er einen Sohn.

Ranke hiess der Kämpfer, er rächte seines Vaters Tod.

Chriemhild erstickt die Hungersangst bei Nidings Schatz ohne Brod.

So zog er aus dem Lande fort nach Bern in die Lombardei:

bei dänischen Mannen war er da und Hess sein Mannthnm sehen.

Seine Mutter blieb daheim zurück, davon Huen seinen Namen empfieng.Unter Ritter und unter Kämpfer der Ruf da weit ausgieng.