158 NATURPOESIE.
Zornig war ihnen das Wetter, und mächtig des Meeres Fluth,entzwei gieng in des Held Hagen Hand das eiserne Ruder gut.
Entzwei gieng das eiserne Ruder stark in des Held Hagen Hand,mit. zwei vergoldeten Schilden steuerten sich die Herren zu Land.
Da sie nun kommen zu Lande, da zogen sie ihre Schwert;
da stand so stolz eine Jungfrau, die sah sie. schon auf der Fahrt.
Sie war schmal in der Mitte, nach rechtem Masse lang,kurz war sie am Leibe, sie übt einen Jungf'rauengang.
Sie gehen zu der Nordburg hin, wo pflegte zu stehen die Thür:wo ist denn nun der Pörtner, der warten sollte hier?
Hier da ist der Pörtner, er liegt zum Vogt und Schirm:
„wiisst ich, woher ihr kommen wärt, eur Botschaft trag' ich gern."
Hierher sind wir gekommen, wol über drei Acker Land,
Frau Chriemhild ist unsere Schwester, sei in "Wahrheit dir bekannt.
Hinein kam da der Pörtner, stellt vor die Tafel sich hin;er war klug im Reden, könnt fügen seiner Worte Sinn.
Er war klug im Reden, könnt fügen viel gut, seine Wort:„Da halten zwei so vollbürtige Mann aussen vor der Port,"
„Da halten zwei so vollbürtige Mann aussen vor der Port;der eine führt eine Fiedel, der ander einen vergoldeten Helm."
„Er führet nicht die Fiedel irgend für Herren Lohn,
von wannen die sind kommen, die sind zwei Herzogensohn."
Das war die stolze Frau Chriemhild, sie wickelt ihr Haupt in das Kleid,so geht sie in den Burghof und lädt ihre Brüder herein:
„Wollt ihr gehen in die Stube und trinken Meth und Wein?
Ein Seidenbett, wenn ihr wollt schlafen, und zwei Jungfrauen mein."
Das war die stolze Frau Chriemhild, sie wickelt ihr Haupt in das Kleid,so geht sie in die Steinstube vor allen ihren Mannen ein:
„Hier sitzt ihr all' meine Mann, trinkt beides, Meth und Wein,wer will bestehen Held Hagen, allerliebsten Bruder mein?"
„Wer diesen Preis will erwerben, schlag Held Hagen zu todt,
er soll herrseben in meinen Burgen und gewinnen mein Gold so roth."