ENTSTEHUNG DER ALTDEUTSCHEN POESIE. 149
Beweis, dass er niemals in solcher den Deutschen nationalwar 1 ).
Ob andere Sagen, welche diesen Cyklus zu berührenscheinen, wie die Blomsturwalla, Floamanna und Magus JarlSaga, Übersetzungen oder Originale enthalten, kann nicht ent-schieden werden, da sie bis jetzt nur in Handschriften existiren;indessen scheint die erstere nur hierher zu gehören 2 ). —Eine Übersetzung des kleinen Laurin in das Neudänischemag aus der Bearbeitung desselben im Heldenbuch entstandensein, sie ist in demselben Silbenmasse und nur im Ganzenabgekürzt 3 ).
Die zweite Klasse begreift die Übersetzungen aus derromantischen Poesie. Hier hat sich Scandinavien nicht we-niger thätig bewiesen als Deutschland. Im Verzeichnis derin Handschriften sich befindlichen isländischen Sagen (denngedruckt ist noch nichts davon) stehn auch die Gedichte vonCarl dem Grossen, Tristan, Apollonius von Tyrland, Fortunat,Melusine, Parcival, Alexander dem Grossen, Flos und Blanke-flos, Magalone usw., aus welchen zum Theil die spätemdänischen Volksbücher mögen entstanden sein. Der Nutzen,welcher sich aus diesen Bearbeitungen schöpfen Hess, wäreeine vollständigere Kenntnis der romantischen Poesie, indemsich hier manches könnte erhalten haben, was verloren ge-gangen, wie die Erecks Saga, von welcher Rudolf von Mont-fort im Wilhelm von Orlienz spricht, wenn sie nicht auch nochin Frankreich vorhanden.
') Das Verhältnis der Deutschen zu jenen constantinopolitanischen Sagenforciert eine eigne Untersuchung, die hier nicht gegeben werden kann. Nurdas bemerke ich, dass bei einer richtigen Ansicht die Frage sich leicht beant-wortet, wie in dem Morolf und Rother dieselbe Erzählung sein kann.
2 ) Peringskiold sagt von dieser, dass sie von König Ermanrek, Samson,Dieterich von Bern und Ake Orlungatrösts Sohne erzählte, in etwas verschiedenvon der Wilkina Sage, welche Abänderung vom nordischen Übersetzer her-rühren könne; von der Floamanna Saga aber, dass sie zum Theil in den beidenEdden sich befinde.
3 ) En saare lystig Kronike om den beromte Kong Laurin, en Kämpe,kuns tre Warteer hoj. Kjobenhavn 8. Volksbuch.