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1 (1881)
Seite
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132 NATURPOESIE.

nur als Dialekt verschieden war. Daher mag es immerhin sein,dass nordische Götter, wie Wodan, Jord (Hertha) von diesenverehrt wurden. Deutlicher zeigt sich der in seiner Ausbildungdem nordischen sehr ähnliche Glaube von Zwergen und Riesen,welche zuerst die Welt bewohnten; die Riesen zum Schutz er-schaffen wurden übermüthig, da sandte Gott die Helden alsVermittler. x )

') Wie es Volksglauben war im 13. Jahrhundert, dass vor Zeiten Riesendie Höhlen bewohnt, das beweist die oben citirte Stelle aus dem Tristan. Aberschon im Nibelungenlied steht das ganze Verhältnis. Siegfried zog genNorwegen, wo die Nibelungen den Hort in einem hohlen Berge, auf dem ihreBurg stand, bewahrten, da sehlug er zwölf starke Riesen (V. 379 380)[95, 1. 2], die Freunde der Nibelungen, und darnach siebenhundert Recken.Alberich, der bisher den Riesen gedient, musste ihm Treue schwören, bliebKämmerer des Schatzes und allerhand Dinge war er ihm gerecht (39698)[99,4. 100, 2]. Er ist ein listiges, wildes Gezwerg (V. 1839) [462,2], mitgeheimen Kräften ausgerüstet, stark durch Helm und Ringe, die er an demLeib trägt (V. 1842) [463, 2], und seine Tarnkappe macht nicht allein unsicht-bar, sondern giebt auch die Stärke von zwölf Männern (V. 1335) [336, 3]. Erhat eine schwere Geisel von Gold mit sieben Knöpfen in der Hand, womit erSiegfrieden einmal bitterlich schlägt (184449) [463,4 464,4], dabei hat erdas Ansehen eines altgreisen Mannes mit einem Barte, an dem ihn Siegfriedfängt und so ungefüg zieht, dass der Zwerg laut schreit (185556) [466, .1. 2],Überhaupt waltet bei den Nibelungen (die zu unterscheiden sind von denspäterhin eben so genannten Burgundon) eine übernatürliche Macht, wie indem guten Schwerte Balmung; und der Hort selbst ist nicht bloss ein unge-heurer Schatz:

V. 4240 [1064, 13]der wünsch lac darunder von golde ein ruotelin, (Wünschelruthe)der daz het erkunnet der mohte meister sinwol in al der werlde über islichen man.

Ganz in dem Charakter des Albrich ist auch der König Laurin, listig,boshaft, stark durch Zaubereien; aber nur den Namen mit ihm gemein hat derZwerg in dem Wolfdietrich, der zu den neckenden Kobolden gehört. Wieim 15. Jahrhundert dieser Volksglauben fortgelebt, zeigt eine merkwürdigeStelle im Anhang des Heidonbuchs:

Es ist auch zu wissen warum Gott die kleinen Zwerg, und die grossenRiesen und darnach die Held lies werden. Zu dem ersten Hess er die Zwerglinworden, um des willen, dass das Land und Gebürge gar wüst und ungebauenwas, und viel Gutes von Silber und Gold, Edelgestein und Perlin in den Bergenwas. Darum machte Gott die Gezwerg gar listig und wise, dass sie böss undgut gar wohl erkannten und warzu alle Ding gut waren. Sie wissten auch,warzu die Gestein gut waren. Etliche Stein gebent grosse Stärk, etliche machentdie unsichtbar, die sie bei ihn trugent, das heiss ein Nebelkapp, und darum