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1 (1881)
Seite
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ENTSTEHUNG DER ALTDEUTSCHEN POESIE. 117

chalar: armorum Martisque studiosissimus, inclytus fabuliset Teutonum carminibus. Nach M. Goldast (erste Hälftedes 17. Jahrb..) sang man nur noch hin und wieder: in prae-fatione Tomi III. constitutionum imperialium sagt er: nemo prin-ceps (Theodoricus), cuius quidem memoria superest, Theuto-norum carminibus celebratior ullus fuit, quae passim a vulgonostrate in Germania, Dania, Suedia et Hungaria decan-tantur.

Auch dass jene grösseren Heldendichtungen fortgedauertim 13. Jahrhundert, kann bewiesen werden. Sie wurden indieser Zeit von einem Ausländer gesammelt, und so ist uns dergrösste Theil derselben indirect erhalten worden in der Wil-kina Saga, von welchem wichtigen Buche unten ausführlicherdie Rede sein wird. Bei einer kaiserlichen Vermählung hörteder Bischof Biörn aus Norwegen diese Gedichte vorlesen,sammelte sie, und wie an andern Orten in Münster und Bremenvon angesehenen Männern dieselben Sagen erzählten, stimmtensie auf eine merkwürdige Art damit überein. Was ausser demBekannten sich noch erhalten hat, das befindet sich in einerSammlung, welche im Jahr 1460 der Herzog Balthasar vonMecklenburg durch einen von Roen veranstaltete, und welchejetzt in Dresden sich befindet.

Manche Anspielungen auf diese Nationalgedichte erhaltendie Werke der romantischen Poeten, aber nicht in Verehrung,sondern nur nebenher fast mit Geringschätzung. Es ist dieszwar auffallend, aber ganz in der Ordnung, denn nichts ver-blendet so sehr, als das erste Verlassen der Natur, das Anhebeneiner Manier und einer besondern Cultur. Sie hielten sich zuvornehm, um zu der Poesie des gemeinen Mannes herabsteigen;währenddem sie mit Ängstlichkeit ergriffen, was das Auslandnur geben konnte, hat kaum einer oder zwei (z. B. der Verf.der Klage und des kleinen Laurin) seinen Stoff aus den Volks-sagen genommen, wodurch indessen nichts verloren gegangen,denn eben diese Bearbeitungen sind in ihrer Manier, die ver-nichtend sein musste. Deutlich spricht Wolfram von Eschil-bach in dem Tyturell (ed. 1477. fol. 164 a.):