116 NATURPOESIE.
der Schrift hatte, die andern aber mit Verachtung sie betrach-teten. — Auch für spätere Zeit (14. — 16. Jahrhundert) fehltes nicht an hinlänglichen Anzeigen. Die Sage vom Nibelungen-hort kommt als Sprüchwort öfters vor, z. B. in einem allegori-schen Gedicht über die Treue (Manuscript p. m. 61.) heisst es:
hastu der Niblung hörtdort funden in dem buch?
ebenso in der Mörin des Hermann von Sachsenheim (geschrie-ben 1453.) fol. 5 a. (ed. 1512.):
liet ich gehebt den nobling hörtund allen schätz von yndien.
Merkwürdig hat sich das Andenken noch in Ortsnamen erhal-ten 1 ), und um von manchen deutlichen Hindeutungen nur fol-gende zu erwähnen, Fischart erzählt 2 ), dass der hörnerne Sieg-fried am neuen Thurm zu Worms, gegenüber dem Rhein, ab-gemalt gestanden; und zu Verona sah man die Wohnung desDieterich von Bern 3 ). Von den Zeugnissen, welche direct aufdie Lieder sich beziehen, wird es hinlänglich sein, diese anzu-führen: Jacob Twinger von Königshoven (1386) in derelsassischen Chronik (ed. Schilter. p. 86): „Dieterich von Berne,von dem die Geburen so viel singent und sagent." Aventin(f 1534) Bairische Chronik S. 259 a. (Frankf. 1580.): Dieterichvon Bern „unser Leut singen und sagen noch viel von ihm,man findet nit bald ein alten König, der dem gemeinen Mannbei uns so bekannt sey, von dem sie so viel wissen zu sagen."In seiner lateinischen Chronik sagt er vom Rüdiger von Be-
') S. die geistreich geschriebene Abhandlung über [den gehörnten Sieg-fried und] das Nibelungenlied von Görres in der Zeitung für Einsiedler [No. 5,15. April 1808, S. 36—40. No. 8, 26. April, S. 57—64].
2 ) G-eschichtslditterung ed. 1582. c. 56.
3 ) Epistolae viror. obsouror. Romae 1570. Vol. 2. „et una sabbatorumvenimus ad Veronam — et vidimus ibi domum Ditherici de Bern, ubi ipsohabitavit, et ibi suporavit et mortificavit multos gigantes, qui bellaveruntcum ipso."