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1 (1881)
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102 NATURPOESIE.

IV) Wie die Lieder des Volks, so dauerten auch diesegrösseren Gedichte fort stets, mit dem Fortgange der Zeitin veränderter Gestalt. Niemals standen sie in irgendeiner fest, und es ist eine ganz falsche Ansicht, die das Nibe-lungenlied, im Ganzen eben so, wie wir es jetzt haben, gleichanfangs und auf einmal, wie das Werk eines Einzelnen, ent-stehen lässt, so, dass nur zu gewissen Perioden die Spracheetwas modernisirt worden sei; niemals hatte es eine bestimmteForm, sondern immer beweglich und anschmiegend musste esfast in jedem Munde verschieden sein. 1 ) Eben so wenig warendie Grenzen irgend eines einzelnen Gedichts abgesteckt, da indiesem grossen Kreis die ganze Welt, wie sie damals erkanntwurde, aufgestellt war, so blieb jedes Einzelne mit dem Ganzenin Verbindung und hatte seine Stelle darin, wie es auch mitandern zusammengerückt und verknüpft wurde. Darum deutensie auf einander hin und ergänzen sich. Z. B. das Nibelungen-lied wird [weist?] auf den hörnernen Siegfried, wie er die Nibe-lungen besiegt, mit dem Lindwurme gekämpft und seine Unver-wundbarkeit erhalten. 2 ) Dann auf die Geschichte des Walthersvon Spanien, wovon die Stellen vorhin angeführt sind; nachdemAttila von ihm erzählt, heisst es V. 6762 [268, 4, 1 Z. 1695, 1]:er gedachte langer msere diu waren e geschehen.

Auch Nodungs Schicksal erwähnt Gotelinde. 3 ) So hattensie sämmtlich innern Zusammenhans:.

Für dieses alles ein Beweis, wird es interessant sein, ineinem Beispiel durchzuführen, wie dieselbe Sage bei den ver-'schiedenen Völkern einer Hauptnation sich verschieden aus-

') So war z. B. von Etzels Tod eine verschiedene Sage:Klage V. 4373. [2161-62 BC.]snmeliche iehent er wurde erslagenso sprechent sumeliche nein.

2 ) Nibel.-L. V. 345 ff. [88, 1.]

3 ) Nibel.-L. V. 6528. [259, 5, 3. 4 Z. 1637, 3. 4.]

do gedachte si vil tiure an nuodunges not;

den het erslagen witege, des twanc si isemerliehe not.Dieser Witege ist Wittich, Wielands Sohn, von welchem, wiederum ein beson-deres Gedicht existirt hat.