HA.GENS NIBELUNGEN. 87
bar und merkwürdig an sich selbst, dann durch die Art, wiesie ergänzen, sondern auch glückliche Verbesserungen einzelnerAusdrücke, wodurch das Ganze an Lesbarkeit und Deutlichkeitungemein gewonnen hat (z. B. 5196 Herberge für Berge,-5198 Burgeren für Burgnnden), und darum ist das Buch je-dem nothwendig, bis wir einen Abdruck des Münchner Manu-scripts erhalten. — Noch haben wir über die Art, wie derVerf. diese Handschrift benutzt hat, zweierlei zu sagen. Erstens:der Verf. hat überall die Lesart des Münchner Manuscriptsvorgezogen, wo diese mehr Deutlichkeit gewährt: dagegen istnichts zu erinnern, und der Grundsatz an sich richtig, aber derVerf. hat ihn zuweilen auch da angewendet, wo schon Deut-lichkeit genug war, und um noch eine genauere zu erlangen,deren die Poesie nicht bedarf, eine bessere Lesart hintan-gesetzt, z. B.
9104. [2262, 3=355,3, 3—4, 1 Z.]. einen schilt vil vesten den nam er an die hanl,
nach schade?) in do tröste der vil
chune Hildebrant.da sprach von Tronege Hagcne: ich sihedort hergan
Hagen liest:
9412. Einen Schild viel festen den nahm er an die Hand:
Sie gingen balde dannen, er nnd Meister Hildebrand,da sprach — —
Die erlangte Deutlichkeit ist sehr überflüssig, da Hagen siekommen sieht, mithin nicht braucht gesagt zu werden,dass sie abgehn . die Variante des Müllerischen Textesaber vorzuziehn. Weiterer Beispiele enthalten wir uns, da nachdes Verf. Meinung vielleicht einige zu der andern Bemerkungnoch hierher gehören. Zweitens nämlich finden wir eine MengeAbänderungen, Versetzungen der Worte u. dergl., die Nach-theil, zum wenigsten keinen Vortheil bringen, und welchesMissbilligung verdient, da es bei dem Nibelungenlied daraufankommt, so viel als möglich Einem Text zu folgen, indemjeder Originalcodex Abweichungen enthalten wird. Wir wissennicht, ob es eigenmächtige des Verf. oder dem MünchnerCodex zuzuschreiben sind, wollen aber das letztere vermuthen.