86 NATURPOESIE.
lassung oder durch Umtausch mit 'einem andern Wort, wieuns däucht, aber immer mit schlechtem Erfolg.
1625. [408, 4]. von porten Hellt gewurhte schein Hellte daran.
1727. von Borten licht Gewirke das saeli man scheinen () daran.
1901. [477, 4]. si furent segel wize die sint noch wizer denne sne.
2036. sie führen Segel weisse, die sind noch blanker denne Schnee.
2213. [557, 1]. da wart von guoten Knehten vil guoter kleider abgeriten.2409. da ward von guten Holden viel () Kleider abgeritten.
3350. [841, 2. 3]. ich hevilhe dir uf triwe man den lieben min,daz du ivol helndest mir den lieben man.
3598. ich befiehle dir auf Treue den holden Friedel mein,
dass du wohl behütest den meinen lieben Mann.
Wir haben dies angeführt, wie wir überhaupt darum in dasDetail gegangen sind, um zu bewähren, wie wenig es ge-räth, dieses Gedicht zu irgend einer Umänderung auch nur zuberühren. Es ist bekannt, dass der Text in der MüllerischenSammlung incorrect und defect ist, der Verf. musste ihm da-her erst eine kritische Bearbeitung angedeihen lassen (S. 489),eh' er zur Übersetzung schreiten konnte. Dies ist so natür-lich, dass wir uns mit nichts zu verantworten wüssten für dieBehauptung: es sei wohl eine solche Übersetzung möglich,durchaus aber keine kritische Aussrabe, welche z. B. derHallische Recensent aufgestellt hat in folgenden Worten: „eswird wohl einige geben, die behaupten werden, dass Hagenweit besser gethan hätte, eine kritische Ausgabe zu liefern, unddie seine Bearbeitung für unnöthig, ja wohl gar für zweck-widrig erklären möchten. Ihnen und allen denjenigen, die unsjetzt kritische Bearbeitungen und Ausgaben, die sie vorhaben,ankündigen, sei hiermit gesagt, dass dazu noch langenicht die Zeit in der altdeutschen Literatur er-schienen ist," und dann: „jede kritische Bearbeitung istnichtig und unzeitig für jetzt." Wir freilich gehören zudenen, welche glauben, dass es gerade an der Zeit sei, einekritische Ausgabe zu besorgen; ja dasjenige, was sich davonnoch in der Hagenschen Bearbeitung zeigt, ist bei weitem dieglänzendste Seite des ganzen Werks. Es enthält nicht nur einebedeutende Menge Ergänzungen aus der Münchner HS., schätz-