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1 (1881)
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76 NATURPOESIE.

arbeitung selbst. Hieraus erhellt auch der einzige Vortheil,den sie gewähren kann, ein leichteres Verständnis des Originals,allein zu diesem sehr relativen Zweck sie abdrucken zu lassenscheint uns nicht gerathen. (Es sei denn in merkantilischerHinsicht, da die altdeutsche Poesie fast Mode geworden, somag sie vielen angenehm kommen; und in dieser Rücksichtauch ein Publicum haben.) Überhaupt haben wir Grund zuglauben, dass der Verf. selbst unserer Ansicht nicht sehr ab-geneigt sei, indem er an einigen Orten darauf hindeutet, wie ergeschwankt und erst durch die Stimmen anderer Sicherheit er-langt. Es ist aber wohl nirgend misslicher gewesen, als geradehier, einer fremden Ansicht zu vertrauen, wo der allein rechtdas Unzulässige der Idee einsehen konnte, der sie zu realisirenunternahm. Wir sind jetzt schuldig unser Urtheil im Ein-zelnen durchzuführen.

Sprache. Die hier vorkommende ist eine solche, wie siezu keiner Zeit gelebt hat. Wir halten dies für etwas gänzlichUnerlaubtes; denn nur in der Hand der Dichter und Schrift-steller liegt die Bildung der Sprache, und nur diese dürfen sieleis und allmählich ausbauen, nicht darf es geschehn durch ge-waltsames Eingreifen eines Einzigen. Sie zeigt sich hier, wiesie oben charakterisirt wurde, in einem zerstörenden Contrast:währenddem auf der einen Seite alte Worte mit neuen Endi-gungen und noch gangbar moderne stehn, sind auf der andernganz veraltete beibehalten. Wir führen Beispiele an: wesen(sein), hörnein, gewarnot, Mage, ferren, anderthalb,zerführen (zerreissen), aufgebahrot, aufempört (aufge-hoben), klait (klagt), Aufschwiff, gedolt (was durch ge-duldet im Glossar nicht einmal genau übersetzt ist, da es viel-mehr dem latein. doleo entspricht), ermorderot (der HallischeRecensent freut sich, dass diese schöne alte Form beibehaltenworden, wie viel grösser würde diese Freude sein, wenn dasganze alte Gedicht beibehalten wäre, müsste er nicht eben da-durch die Accommodation überhaupt verwerfen, was, meint er,nur einOberflächling" kann), erbolgenlich usw. Zuweilenist inconsequent die alte und neue Form zugleich gebraucht,wie es gerade die Nothdurft erforderte, so ist gezemen und