74 NATURPOESIE.
Under die tur des kuses saz er uf den stein,
clnmer videlläre die sunne nie beschein,
do im der Seiten doenen so suozlich ercblanch:
die stolzen eilenden, sagten im des grozen dane.
do chlungen sine Seiten, daz al daz huz erdoz;
sin eilen zu der fuoge, diu beide waren groz.
senfter und suezer videln er began,
do entswebter an dem bette vil manigen sorgenden man.
do sie wol entslafen waren, und er daz ervand,
do nam der degene widere den schilt an sine hant,
do gie er uz dem huze für die ture stan,
und huote siner friunde vor den chriemhilden man.
V. 7353. (IL B.)
Volker, der viel schnelle, zu des Saales Wandseinen Schild, den guten, den lehnt er von der Hand;da ginge er hinwiedere, die Fiedelen er genahm:da dient er seinen Freunden, als es dem Degene wohl gezan.
Unter die Thür des Hauses gesass er auf den Stein, —kühneren Fiedelere thät nie die Sonne besehein' n —da ihm der Saiten Tönen so süssiglich erklang:die stolzen Elenden, die sagten ihm dess grossen Dank,da k/ungen seine Saiten, dass all das Haus ertoss;
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seine Stärke und seine Fuge, die waren beide gross.
Sänfter unde süsser Fiedelen er begann:
da entschwebt er in dem Bette viel man{ )chen sorgenden Mann.
da sie{)entschlafen waren, und er das wohl erfand,
da nahm der Degen biderbe den Schild wieder an die Hand:
da ging er aus dem Gademe vor die Thüre stahn
Und hütete seiner Freunde vor Frauen Chriemehi/den Mann.
Fragt man, ob denn durch diese Arbeit das gewonnen,dass jemand, dem Kenntnis der alten Sprache abgeht, wenig-stens ungehindert fortlesen könne, so muss dies schlechterdingsverneint werden, und man sieht nicht, für wen sie eigentlichunternommen. Der Verf. sagt (S. 493): „jeder, der hier ordent-lich etwas will, muss sich gleichsam erst ein Publicum er-schaffen, sich dafür beschränken, in diesem Falle befinde ichauch mich"; wir sind zwar auch der Meinung, dass ein Schrift-steller ausser seiner Zeit sein müsse d. h. nicht von ihr be-herrscht werden, eben so gut aber muss er auch in derselben