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1 (1881)
Seite
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HAGENS NIBELUNGEN. 67

reicht gegen sich selbst, dass den grimmen, Könige spottendenHagen die Gabe erbarmt und er absteht vom Streit gegen ihn?oder wie Wolf hart nicht beklagt sein will, da er von KönigsHänden so herrlich todt liege? Ja, dieser Kampf mit einemUngeheuern Schicksal, das alles unaufhaltsam hinunterreisst,gehört mit zu dem Grössten, das je in der Poesie aufgestanden,wogegen Homer nichts Ahnliches aufzuweisen hat, der wohlreicher ist und geschmückter, aber nicht von solcher Tiefe.Dennoch, wie sich hier ein grosses Gemüth offenbart, so scheutsich auch keiner, seine Furcht und alles, was menschlich, zubekennen, denn das ganze Leben, wj^^s^jsKLJ^äussert, ' s |poetisch, nicht das Einzelne darin, und nur aus dem gemein-samen Boden kann das Grosse aufwachsen. Und diese Un-schuld, die nur der Ausdruck des innersten Gemüths, ist, wasdas Gedicht so weit erhebt über alle andere, und das allein in ,, ., yeinem solchen Volkslie d gefunden wird, weil keine Kunst da-hin gelangt. Das Heldenbuch ist durch viele Entstellungen^ a-h^C^J6zu uns gekommen. In dem Ottuit und Wolfdieterich ist vielesnoch erhalten von der eigenthümlichen Vortrefflichkeit, undein kurzes Fragment aus der alten Zeit steht in der Rein-heit des Nibelungenlieds. Das leidet keinen Zweifel, es sindNationalgedichte im Geiste desselben; über das historische Ver-hältnis damit enthalten wir uns hier aller Bemerkungen. Wienoch viel reizender der Rosengarten im Original sei, davongeben die Proben aus dem Münchener Codex Zeugnis. Dieübrigen zu diesem Cyklus gehörigen Stücke: der König Laurin,der hörnerne Siegfried, Ecken Uzfahrt (nach einigem, was wirdaraus gelesen) usw. haben an gleichem innern Werth durchspätere Bearbeitungen gelitten. Das lateinische Gedicht: deprima Attilae expeditione hat nur historischen Werth. Vielesind noch aufzufinden, deren Existenz bewiesen werden kann.Wir glaubten es deshalb nöthig, diese Ansicht über denWerth der altdeutschen Poesie, wobei wir natürlich nicht indas Detail eingehen konnten, auszusprechen, weil sie unser Ur-theil über die Art, wie dieselbe zu behandeln ist, begründetund das schon eigentlich hierher gehört. Jene aufgeregte Nei-gung zeigt sich nämlich in Bearbeitung der beiden möglichen