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1 (1881)
Seite
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WILHELM VON ORANSE. 33

Was dieses Lied enthält, passt genau in den Zusammen-hang der Geschichte des Wilhelm von Oranse und wird dorterzählt Bd II, S. 8082, freilich ausführlicher; allein jededeutsche Übersetzung französischer Romane war eine freieBearbeitung, kein strenges Übertragen. Indessen finden sichauch mehrere Verse fast wörtlich wieder.

Übrigens ist der Wilhelm von Oranse so ganz in demGeiste der nordfranzösischen Ritterromane, dass den Provenzalennichts als die Sprache zugehört, welches als ein Zufall betrachtetwerden kann. Vielleicht finden sich auf diese Art noch mehrereprovenzalische Gedichte, wie es eben mit dem Roman de laViolette der Fall zu sein scheint; denn der Verfasser sagt, erhabe das Buch aus dem Provenzalischenlangage provental etmoult difficile h entendre" in das Französische übersetzt.

Hier ist es wohl kein unschicklicher Ort, noch einige No-tizen über das hiesige Manuscript von dem 3ten Theile desWilhelm von Oranse, der sein Mönchsleben und die Abenteuerdes Rennewart enthält, mitzutheilen. Diese Abtheilung, be-kanntlich bei weitem die beträchtlichste, ist in der hiesigenHandschrift von geringem Werth, indem sie an mehreren Ortenbedeutende Defecte hat. Man bemerkt nicht nur fehlendenSinn und Reim, sondern man sieht auch ziemlich deutlich, dassverschiedentlich mehrere Blätter ausgeschnitten sind. WieCasparson sogar dieses nicht gesehen haben sollte, und einemit Mühe verfertigte Abschrift bedauert (s. Eschenburg, Denk-mäler p. 79), begreift man nicht, und er muss sich eigentlichfür meine Meinung (mit Gründen zu unterstützen, wenn etwasgenommen würde) bedanken, die weder an seine Abschrift glaubt,noch dass er viel in diesem Theile gelesen. Kommt es jemalszum Abdruck desselben, so dürfte der ohnehin vorzüglichereCodex in Wolfenbüttel zu benützen sein. Zu München sollensich zwei Manuscripte befindenf); was dasjenige betrifft, welches

f) Adelung in dem chronologischen Verzeichnisse und andere aus dieserQuelle führen zwei pergamentene Handschriften des obigen Gedichts auf derMünchener Bibliothek an; es ist aber nur eine da, die mit dem ersten Verseanhebt, wo Ulrich von Thürheim (der auch von H. Grimm mit Ulrich vondem Turlin verwechselt wird) die Erzählung unmittelbar weiter fortzusetzenbeginnt. Der Defect ist sehr beträchtlich. A. d. R.

W. GRIMM, KI,. SCHRIFTEN. I. 3