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1 (1881)
Seite
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SELBSTBIOGRAPHIE. 23

währt. Dankbar haben wir die glückliche Zeit genossen, wowir eine willkommene und belehrende Beschäftigung in dempünktlich verwalteten Amte fanden, daneben Müsse zum Stu-dieren und zur Ausführung mancher literarischer Pläne. Wirdachten nicht, dass wir je diese Stellung aufgeben würden, undAnträge, dieses zu thun, selbst solche, die uns nicht getrennthaben würden, wie viel glänzender auch die äussere Lage dabeigewesen wäre, haben wir ohne langes Bedenken abgelehnt.Wir haben sie auch niemals benutzt, um eine Gunstbezeugungausser der gewöhnlichen Ordnung zu veranlassen, und hegtenkeine andere Hoffnung, als dass wir einmal in beide Bibliothekar-titellen mit dein damit bisher verbundenen, massigen Gehalteeintreten würden, auf den unsern Vorgängern wohl ohne Aus-nahme bewilligten höheren Rang und Titel machten wir wederRechnung noch Anspruch. Dass diese, wie ich glaube, nichtunbescheidene Hoffnung, die in der Regel jedem erfüllt wird,auf dessen Leben und Amtsführung kein Tadel haftet, unsgetäuscht hatte, zeigte sich, als nach Völkeis Tode dessenStelle einem Gelehrten übertragen wurde, dem anderweitigeBeschäftigungen vielleicht eben so wenig als seine Neigunggestattet hatten, sich irgend mit bibliothekarischen Arbeiten zubefassen. Ich bin 14 Jahre bei der Bibliothek gewesen undhätte, wenn ich nach der allgemeinen Sitte die französischeZeit hinzurechne, 21 Jahre im Dienste sein können. Bei derBibliothek war in dieser Zeit das ganze Personal, das ich beimeiner Anstellung gefunden, gestorben. Verlassen habe ich sieam 2ten Nov. 1829.

Ich bin seit dem 15ten Mai 1825 verheirathet mit HenrietteDorothee Wild und habe niemals aufgehört, Gott für das Glückund Segensreiche der Ehe dankbar zu sein. Ich habe meineFrau schon als Kind gekannt, und meine Mutter hat sie alsihr eigenes geliebt, ohne dass sie dachte, sie könnte es jemalswerden. Sie ist eine Urenkelin von Johann Matthias Gesner,der eine der ersten Zierden der hiesigen Universität war, unddem Ernesti in der einfachen Lebensbeschreibung das schönsteDenkmal gesetzt hat. Gesners Tochter war mit dem ProfessorHuber, der von hier aus einem Rufe nach Cassel folgte, ver-