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1 (1881)
Seite
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24 BIOGRAPHISCHES.

heirathet. Sie hatte, nach einem guten Miniaturbild zu urtheilen,noch in ihrem Alter lebendige, ausdrucksvolle Züge, und nochvorhandene, lateinische Briefe, die sie an den Vater schrieb,beweisen ihre gelehrte Bildung, die man der einzigen Tochtereines ausgezeichneten Philologen wohl vergönnt. Auch vonihrer Mutter besitzen wir noch ein werthgehaltenes Andenken,das ich wohl als ein Beispiel einfacher Sitten anführen darf:ein Tafelzeug von der feinsten Art, welches sie mit eigenenHänden hier gesponnen hat. Als ihre Enkelin, die Muttermeiner Frau, mit ihrem Bruder, dem vor etwa zehn Jahren ver-storbenen geheimen Hofrath Huber, der vom Vater Anhänglich-keit an Göttingen geerbt hatte und sich Blumenbachs Freund-schaft erfreute, nach dreissig oder mehr Jahren wieder einmalhierher kam, erinnerte sie sich bei dem Anblick der Bibliothekdeutlich, wie sie als kleines Kind auf den Stufen der Treppein der Nähe des Brunnens gesessen und in einem von demGrossvater (der quer gegenüber wohnte) erhaltenen Buchegelernt habe. Sie war mit Hrn. Rudolf Wild, Apotheker zur.goldnen Sonne in Cassel, verheirathet, dessen menschenfreund-liche, mildthätige Gesinnung, noch jetzt, nachdem er schonfünfzehn Jahre todt ist, bei vielen Bewohnern Cassels imAndenken steht.

Mir wurde im April 1826 ein Knabe geboren, der vonmeinem Bruder den Namen Jacob erhielt; das liebe Kind starbschon im Dezember desselben Jahres und liegt neben meinerMutter begraben. Der Zweite, im Januar 1828 geboren, wardnach dem mütterlichen Grossvater Hermann, nach dem väter-lichen Friedrich genannt. Der Dritte ist hier, im März 1830,zur Welt gekommen und ein neues Band, das mich an Göttingenknüpft. Er heisst Rudolf nach meinem Schwager, dem Ober-medizinalassessor Dr Wild in Cassel, ebenso hiess aber auchdessen Vater und Grossvater, (welcher aus Bern nach Casselgezogen war und den das Heimweh früh ins Grab gebrachthatte); Georg heisst er nach Hofr. Benecke, dessen bewährterFreundschaft wir es verdanken, wenn wir uns bei unsererAnkunft hier nicht fremd fühlten; Ludwig nach meinem Bruder,