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1 (1881)
Seite
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18 BIOGRAPHISCHES.

Muthigen, der bei dem Sturm sich aus dem Schiff herab insMeer wirft und von den Wellen glücklich ans Ufer getragenwird. Nachdem der unglückliche Friede abgeschlossen war,schien Alles verloren und die französische Gewalt das festeLand von Europa auf eine Weise zu umstricken, dass manglauben musste, es dürfe ohne ihren Willen fortan kein Gliedmehr frei bewegen. Allein mitten in solchem Zustande völligerHoffnungslosigkeit, der, gewöhnlicher Ansicht nach, keinenZweig mehr darbietet, nach dem der Herabstürzende greifenkann, ersteht in dem menschlichen Herzen das Vertrauen aufGottes Beistand: das Ausserste, das eingetreten ist, scheintzugleich der Anfang einer bessern Zeit, und man fühlt sichvon der Sorge befreit, nachzusinnen, auf welchem Wege dieHilfe kommen werde. Im Spätherbste reiste ich nach Berlin,Achim von Arnim zu besuchen, den wir schon früher hattenkennen lernen und dessen liebevolle Gesinnung zu allen Zeitenunverändert geblieben ist. Berlin war damals stiller und ein-samer als je, das königliche Haus noch in Königsberg, nur dieKurprinzessin, jetzige regierende Kurfürstin von Hessen, be-wohnte einen Theil des Schlosses. Ich sah in ihrem Vorzimmerdas von Bury gemalte Bild des kleinen Prinzen, der in kind-lichem Spiele eine weisse Fahne muthig aufrecht hielt, inwelcher kein Wappen mehr war, gleich als wolle er es vonneuem erobern; mir gefiel dieser sinnvolle Gedanke, aber nurmeiner Wünsche dabei war ich gewiss. Mich trieb hessischeAnhänglichkeit, der Kurprinzessin persönlich meine Verehrungzu bezeigen, und diese erhabene Frau, durch Geist und reicheBildung ebenso ausgezeichnet, als durch Adel der Gesinnung,hat sich hernach bei der Wiederherstellung gegen mich unddie Meinigen allzeit gnädig erwiesen. So trübe damals dieAussicht in die Zukunft war, so erinnere ich mich doch mitVergnügen der in Berlin zugebrachten Monate und selbst derfröhlichsten Stunden. Ein gutes Naturell verläugnet sich auchunter solchen Umständen nicht, und nur als Beispiel nenne ichButtmann, dessen frische Lebendigkeit gewiss in den glück-lichsten Zeiten sich nicht steigern konnte.

Auf dem Rückwege durch Weimar, am Schlüsse des