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Officieller Katalog der Gewerbe-Ausstellung
Entstehung
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Sehr bedeutend sind ferner die Färbereien und Appretur-Anstalten.

Das Gcheimniss der Türkisehroth-Färberei gelangte 1784 von Rouen, wohines thessalische Griechen gebracht haben sollen, nach Elberfeld. Das klare, harteWasser der Wupper begünstigte diesen Industriezweig, so dass bis 1809 bereits150 Türkischroth-Färbereien in Elberfeld-Barmen vorhanden waren. Zur Zeitwerden in letzteren und in den Lohn-Färbereien 2000 Menschen beschäftigt.Barmen ragt mehr durch die Bandwirkerei und Riemendreherei, die gummi-elastischen Gewebe und die Stofllcnöpfe hervor. Schon seit Ende des 17. Jahr-hunderts wurde von Elberfeld-Barmen ein lohnender Handel mit Band, Litzenund Schnürriemen getrieben. Der Hauptabsatz ging nach Frankreich. Nachdem Friedensschluss 1815 trat grosse Stockung ein. Die Weber und Wirkerinussten zu anderen Beschäftigungen übergehen und zeitweise aus öffentlichenMitteln unterstützt werden. Ein bedeutender Aufschwung begann erst 1849. DieBevölkerung Barmens, welche 1850 36 000 betrug, stieg bis 1878 auf 92 000.Neben den einfachen Bändern werden gemusterte hergestellt, die stets der Modefolgen. Die Bandwirkerei wird theils hausindustriell, theils fabrikmässig betrieben,sie beschäftigte 1878: 45000 Arbeiter auf 1700 Bandstühlen. Die Riemendreherei,das mechanische Flechten von flachen Litzen und runden Kordeln durch sog.Riementische beschäftigte 1878: 3000 Arbeiter an 1000 Tischen. Bei der Her-stellung gummi-elastischer Waaren waren 1878 etwa 1000 Menschen thätig, 1200ferner in der Industrie der Stoffknöpfe, welche in den 1830er Jahren in Barmenentstand.

Die Betriebsamkeit Crefelds entwickelte sich mit der Einwanderung deraus den kur-cölnischen und jülich-bergischen Landen verdrängten Mennoniten,Reformirten und Dissidenten. Die erste Seiden-Fabrik gründete 1656 der aus demBergischen eingewanderte Adolf von der Leyen. Anknüpfend an die in Crefeldvorgefundene Leinenweberei und begünstigt durch die Befreiung der Rohseide vonZöllen und durch die Einführung geschickter Arbeiter aus Frankreich undItalien, blühte das Unternehmen der Firma von der Leyen auf. Gegenüber Con-currenten schützte sie das Monopol auf Band- und Zwirn-Mühlen, welches Friedrichder Grosse ihr 1759 verlieh. Die Concurrenten wurden gezwungen, sich aufSammt und Sammtbänder zu werfen. Im Jahre 1809 bestanden in Crefeld bereits11 Seiden- und Sammt-Fabriken, welche 6264 Arbeiter beschäftigten. Im übrigenRoer-Departement gab es damals 21 kleinere Seiden-Fabriken mit 2000 Arbeitern.

Der Aufschwung der Crefelder Seiden-Industrie blieb ein grossartiger. FürCrefeld waren beschäftigt in Stadt und Umgegend 1840: 6450, 1862: 15 000, 1872gar 33 310 Webstühle. Diese Zahl sank 1878 auf 28 909, von denen die Hälfteauf Sammt, die Hälfte auf Seidenstoffe ging.

Von Crefeld aus verbreitete sich die Sammt- und Seiden-Industrie nach Viersen,Rheydt, Süchteln, Dülken und Lobberich, und die hausindustrielle Weberei fandimmer weitern Eingang in die ländliche Bevölkerung der Kreise Kempen, Geldern,Mors und M.-Gladbach. Unter den Hülfsgewerben der Crefelder Seiden-Industrie nahm die Färberei die glänzendste Entwicklung. Seit 1842 tratenan Stelle der eigenen Anstalten der Seiden-Fabricanten die Lohn-Färbereien. IhreZahl betrug in Crefeld 1845: 20 mit 270 Arbeitern und stieg bis 1876 auf 44 mit1074 Arbeitern.

Im Bezirk von M.-Gladbach blühte in früherer Zeit die Flachs-Spinnereiund die Verwebung der Garne zu glatten Zeugen oder einfachen Leinen-Damasten.Als 1806 die französische Zollgrenze an den Rhein verlegt wurde, beeilten sichdie bergischen Fabricanten, in der Gladbacher Gegend Spinnereien und Webe-reien von Baumwolle und Seide zu errichten. Mit der Aufhebung der Continental-Sperre (1814) und der freien Zulassung der englischen Concurronz trat eineStockung ein, welche erst allmählich in Folge des 1818 eingeführten Zollsystemswich. Die Concurrenz mit den niedrigen Löhnen Sachsens nöthigte die Gladbacher