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erhielten bereits 1532 ein Monopol für die Leinengarn-Bleicherei, welches 1010durch eine Handelsordnung bestätigt und erst 1810 beseitigt wurde. Die Religions-verfolgungen in den spanischen Niederlanden, in den kur-cölnischen und jiilicherLanden, sowie die 1685 in Frankreich erfolgte Aufhebung des Edicts von Nantestrieben viele fleissige und intelligente Gewerbetreibende nach dem Wuppertbal,dessen Industrie langsam, aber stetig aufblühte. An die Bleicherei schloss sich dieVerwebung des gebleichten Garnes und der Wolle, später trat die Färberei hinzu.Im Jahre 1690 hatten Elberfeld-Barmen 15 Garnbleichen, auf denen 2400 Ctr.Garn gebleicht wurden. Im Jahre 1790 war die Zahl der Garnbleichen auf 150gestiegen. Seit Anfang vorigen Jahrhunderts wurde auch Baumwolle verwebt,deren Garne eine über das ganze bergische Land verbreitete Hand-Spinnereierzeugte. In Wermelskirchen und Wipperfürth war um 1790 fast die Hälfte derEinwohner mit Baumwoll-Spinnerei beschäftigt. Diese Hand-Spinnerei wurde aberzu Ende des Jahrhunderts unterdrückt durch die Spinn-Maschine, welche 1707 inEngland aufkam. Die erste mechanische Baumwoll-Spinnerei der Rheinprovinzwurde 1783 in Cromfort bei Ratingen errichtet.
Von den einfachen Bleich-, Webe- und Farbe-Arten ging man zur Schnell-bleiche, zur Anfertigung gemischter Webewaaren, zu der besonders für Barmenwichtig gewordenen Bandwirkerei, zur Sammt-, Seiden- und Wollen-Bandwebereiund zu allen Arten des Färbens und Zeugdrucks über. Die Seidenweberei warim Herzogthum Berg bis zum Jahre 1775 ein Monopol des Hauses Andreae inMülheim a. Rh. Sofort nach Erlöschen des Monopols begann Elberfeld die An-fertigung von Seiden- und Sammtstoffen und der imitirten chinesischen Seiden-tücher (Foulards).
Bezeichnend für die Webe-Industrie des Wupperthals und den ursprünglichenAusschluss der Seide ist die umfassende und von Alters her in ausgedehntemMasse stattfindende Anfertigung von Zeugen aus verschiedenen Stoffen (Leinenmit Baumwolle und Wolle, Mohair und Ziegenhaar mit Baumwolle etc.) und dasBestreben, gangbare Webewaaren durch Anwendung billigerer Stoffe oder Ver-fahrungsarten wohlfeiler herzustellen. Zu Anfang vorigen Jahrhunderts blühtfdie Leinen-Weberei. Das Monopol, welches die Leineweber-Zunft 1743 erhalten,wurde 1783 in Folge von Streitigkeiten mit den Kaufleuten aufgehoben. Nachdem Hubertsburger Frieden wurden die leinenen Zeuge durch die baumwollenen(Siamosen) verdrängt.
Das Weben und Wirken, welches nicht an den Ort gebunden ist, verbreitetesich von Elberfeld-Barmen durch das bergische Land. Für jene Städte waren1780 bereits 4000 Webstühle beschäftigt. Ronsdorf verdankt seine Industrie demAuszug der Secte der Zionsbrüder aus Elberfeld. Viele der kleineren Städteund Orte der umliegenden bergischen und märkischen Kreise arbeiteten schondamals wie heute für die Centralpunkte des Wupperthals. Von ihnen aus ver-pflanzte sich auch die Garnbleicherei nach Schwelm, Blankenstein, Volmarsteinund Iserlohn.
Nach dem Sturz des Continental-Systems (1815) konnte sich die Baumwoll-Industrie des Wupperthals gegen die englische Concurrenz und die billigerenLöhne der Gladbacher und sächsischen Fabriken nicht behaupten; sie machte derSeiden-Industrie Platz, welche gegen Mitte dieses Jahrhunderts den grössten Auf-schwung nahm. Im Kreise Elberfeld gingen 1842: 5208 Webstühle auf Seide undHalbseide. Die erste mechanische Seidenweberei entstand 1852. Aber auch dieSeiden-Industrie ging zurück, und die intelligenten Fabricanten des Wupperthalssahen sich von Neuem nach anderen Artikeln um. Gegenwärtig sind es wolleneStreich- und Kammgarn-, Möbel- und Wagenstoffe, allerlei gemischte Gewebe undnamentlich Zanella, welche in Elberfeld und Umgegend gefertigt werden. DieHandweberei wich dem Fabrikbetrieb, und, 1870 waren bereits 6000 Kraftstühlefür Zanella in Elberfeld thätig.