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Officieller Katalog der Gewerbe-Ausstellung
Entstehung
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Osemundeisen bekannt ist. Iserlohn war im Mittelalter durch seine Panzerfabrikenberühmt. Die Privilegien der Drahtzieher von Altena wurden schon 1456 bestätigt.In Hagen wurde grober, in Altena mittlerer, in Iserlohn feiner Draht gemacht.Im jetzigen Jahrhundert begann der Uebergang zur Gross-Industrie. Die altenReckhämmer wurden durch grosse Walzwerke verdrängt, und die Productionumfasst jetzt Ketten der stärksten Art, Stifte, Nägel, Kratzendraht etc. bis zu denfeinen Näh- und Stecknadeln. Die Fabrication der letzteren wurde 1720 vonNaumburg nach Iserlohn eingeführt und beschäftigte 1796 schon 200 Arbeiter.Bis 1839 wurden die Nadeln mit der Hand hergestellt. Ausser Iserlohn ist jetztAltena Sitz der Nadel-Fabrication. Die Gewinnung des Zinks aus den Galrnei-gruben bei Iserlohn legte schon früh den Grund zu der dortigen Fabrication vonMessingwaaren. Die Herstellung messingener Fingerhüte wurde 1760 vonUtrecht nach Hemer und Sundwich verpflanzt. Daran knüpfte sich die Fabricationvon Knöpfen und Hingen aus Messing, und Anfang unseres Jahrhunderts beganndie Herstellung geprägter Messing-Gegenstände. Die verschiedensten Metalle,Eisen, Kupfer, Zink, Zinn etc., werden in Iserlohn und Umgegend verarbeitet. Esentstand dort die schöne Industrie der Bronze- und Gusswaaren, der Neusilber-waaren und der Eeit- und Fahrgeschirre. In Lüdenscheid speciell blühte dieIndustrie der Metallknöpfe, Schnallen und Kurzwaaren jeder Art. Ausser diesenmärkischen Kreisen haben auch die Kreise Brilon und Meschede seit alter ZeitSensen- und Messerfabriken.

Sehr alt ist ferner die Metallwaaren-Industrie in Aachen und Umgegend. DieGalmeigruben bei Aachen und Stolberg bildeten die natürliche Grundlage für eineMessingwaaren-Industrie. Französische Einwanderer aus Amiens gründeten 14-50die erste Messingfabrik in Aachen. Das Gewerbe blühte rasch auf, so dass seineVertreter bereits 1505 in den Stadtrath gewählt wurden. Als aber die Spanier1014 unter Spinola die Stadt eroberten und die Protestanten ausgetrieben wurden,zogen die protestantischen Messingfabricanten nach Stolberg. Dort blühte dieIndustrie, und 1819 wurden daselbst in 5060 Oefen 13 000 Centner Messinggeschmolzen. Ein Einwanderer aus den spanischen Niederlanden fabricirte 1520zuerst Nähnadeln in Aachen. Die Nähnadelfabricanten erhielten 1615 einenInnungsbrief. Später entstanden auch Nähnadelfabriken in Burtscheid, Stolbergund Eschweiler. Der Draht wurde von Altena und Nürnberg bezogen. Im Jahre1813 verarbeiteten in der Stadt Aachen jährlich 2000 Menschen 3000 Ctr. Eisen-draht zu Nadeln. Die erste Stecknadelfabrik entstand 1804 in Aachen, sie bezogden Messingdraht aus Stolberg. Von der grossen "Waffenfabrication, durch welcheAachen im Mittelalter hervorragte, ist wenig verblieben, eben so von der späterenFabrication von Gewehren und Pistolen, welche erlosch, nachdem die Büchsen-schmiede durch den grossen Stadtbrand (1685) nach Lüttich vertrieben wurden.

Wir übergehen die Entwickelung der Gross-Eisen-Industrie, die Entstehung dergrossartigen Gussstahlfabriken, der Maschinenbau-Anstalten, der Herstellung vonLocomotiven, Dampfkesseln, Schienen u. s. w., weil diese erst dem jetzigen Jahr-hundert angehören und weil das Verzeichniss der Aussteller über die Gründungszeitder einzelnen Werke, die Ausstellung selbst aber über ihre gegenwärtigenLeistungen genügenden Aufschluss gewährt. Wir wenden uns nun zu demjenigengrossen Industriezweige, welcher neben Bergbau und Metallverarbeitung diemeisten Menschen im Ausstellungsgebieto beschäftigt, zur:

d. Textil-Industrie.

Die alten Mittelpunkte derselben sind Elberfeld, Crefeld, Aachen und Bielefeld.Beginnen wir mit der bergischon, im Wupperthale concentrirten Industrie.Dieselbe beruhte auf der Wasserkraft der Wupper und den chemischen Eigen-schaften ihres Wassers. Sie begann mit dar Bleicherei. Elberfeld und Barmer