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Officieller Katalog der Gewerbe-Ausstellung
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c. Die Metallwaaren-Inclustrie.

Uralt ist die Verarbeitung des Eisens zu Waffen und Geräthen in den KreisenSolingen und Lennep. Graf Adolf IV. von Berg soll bei einem Kreuzzuge (11-17)

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Damascener Waffenschmiede nacli Solingen verpflanzt haben. Gegen 1290 sollBttiurmäi'kiselie Sensenschmiede nach Remscheid gekommen sein. Schon vorher(1240) werden die Sensen und Futterklingen von Cronenberg erwähnt. In Ratingenblühte im 15. Jahrhundert die Helm- und Rüstungs-Schmiederei. Die Remscheiderund Solinger Industrie hatten schon im IG. und 17. Jahrhundert bedeutenden Export,Schwertfegerei und Tuchmacherei waren die wichtigsten Gewerbe des bergischenLandes.

Die althergebrachte Fabrication von Schwertern und Messern in Solingen erlittzu Anfang des vorigen Jahrhunderts einen Stoss, als die Sitte des allgemeinenWaffentragens abkam, gewann aber später durch die Lieferung der Hieb- undStichwaffen für die stehenden Heere. Dazu gesellte sich iin vorigen Jahrhundertdie Fabrication der Scheeren und im gegenwärtigen die der Regen- und Sonnen-schirm-Gestelle, der Zuckerformen, Stiefeleisen, der Stahlbügel für Etuis und Porte-monnaies und vorübergehend die .der Revolver. Die Solinger Waffen-Industrieernährte 1792 über 4000 und die gesammte Solinger Eisen-Industrie über 18 000Menschen. Remscheid, Cronenberg und Lüttringhausen waren ursprünglich dieMittelpunkte der Industrie von Sensen, Sicheln und Stabeisen. Als 1687 eidver-gessene Handwerksbrüder in Folge von Zunflstreitigkeiten ihre Kunst ins Märkischeübertrugen, ging diese Industrie zurück, und in den Vordergrund trat im vorigenJahrhundert die Fabrication der unzähligen feinen Handwerkszeuge und Gerätho,wie namentlich der Feilen, Sägen, Meissel, Hobeleisen, Bohrer, Winden, Schlitt-schuhe, Schlösser etc. Die Fabrication der blauen Sensen, welche früher nur inSteiermark stattfand und Geheimniss war, wurde 1772 von dem Fabricanten llal-bach in Müngsten begonnen. Er sowohl wie der Fabricant Hasenclever zu Ehiing-hausen dehnten den Export der bergischen Eisenwaaren nach allen Weltgegendenund den überseeischen Ländern aus. Remscheid war und ist der Mittelpunkt dieserIndustrie von Werkzeugen und Geräthen, welche sich von Velbert im Norden überCronenberg, Lüttringhausen, Rade vor'm Wald, Halver bis nach Werinelskireln:nim Süden ausdehnt und sich an die Solinger Industrie anlehnt. Der jährlicheProductionswerth der in der Gemeinde Remscheid verfertigten Eisen- und Stahl-waaren betrug 1866: 18191000 JL, die Hälfte davon ging ins Ausland.

Die Grundlage der Solinger und Remscheider Industrie bildeten die Wasser-läufe der Bergbäche, welche für die Schleifkotten und Hammerwerke nutzbargemacht wurden. Der Betrieb war bis in dieses Jahrhundert ausschliesslich einhandwerksmässiger. Zahllose kleine Meister arbeiteten in eigener oder gemiethelerWerkstätte selbständig. Mit der Ausdehnung der Industrie und dem zunehmendenExport gewannen die Kaufleute die Oberleitung. Das Handwerk wurde zur Haus-Industrie, und letztere ist gegenwärtig theilweise im Uebergang zur Fabrik-Industriobegriffen. In Remscheid waren 1876: 1125 selbständige Meister mit 1252 Gesellenund 597 Lehrlingen, ferner 255 Fabrik-Kaufleute und 2547 Fabrikarbeiter oderTaglöhner.

In engen Beziehungen mit der bergischen steht die märkische Eisen-Industriein den Kreisen Hagen, Altena und Iserlohn. Der grosse Kurfürst gründete 1G61mit Solinger Klingenschmieden eine Fabrik zu Eilpe bei Hagen. Die bergischenSchmiede, welche 1687 aus Cronenberg-Lüttringhausen wegzogen, Hessen sich amGevelsberge, an der Enneperstrasse und in Hagen nieder. Dort entstand eineIndustrie, welche nur schwere Waaren herstellte, aber ebenso mannigfaltig warwie die Remscheider. In Berg wurden die feineren, in Mark die gröberen Werk-zeuge und Geräthe hergestellt. Uralt ist in den Thälern der Volme und Lenne dieDraht-Industrie, welche das treffliche märkische Stabeisen verarbeitet, das als