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folgte 1848 die Eröffnung der Strecke Oberhausen-Ruhrort und der Bau von Zechen-bahnen. Die Kohlenförderung im Bezirk des Bergamts Essen betrug 1847 schon3 445 870 Tonnen, stockte 1848 und 1849, stieg aber 1850 wieder auf 3 903 522Tonnen. Die Zahl der betriebenen Zechen war 1850: 55, der Arbeiter 5654.Der Werth der Production betrug 1 492 937 Thaler. Unter jenen 55 Zechen waren29 Tiefbau-Zechen mit 69 Dampfmaschinen von 4750 Pferdekräften.
Drei Viertel des Absatzes gingen nach Holland. Der Staat wandte dem Berg-bau grosse Fürsorge zu, die Freiheit des Bergbaues wurde 1851 erweitert, die Höheder Abgaben ermässigt. Es folgte eine Periode grossen Aufschwungs. Der Absatzüberstieg 1853: 5 000 000 Tonnen, 1854: 7 000 000, 1855: 8 500 000, von welchenfast 4 000 000 zur Eisenbahn gingen. Die Tiefbauten mehrten sich, Bergwerks-Actien-Gesellschaften entstanden, und als nun 1857 die Geldkrisis eintrat, zeigtesich bald, dass die Production dem Bedarf vorausgeeilt war. Die Förderung bliebzwar im Steigen und erreichte 1858 an 10 000 000 Tonnen. Die Preise der Kohlengingen aber herunter und blieben am Sinken bis Ende 1861, so dass der Betriebsehr verlustreich wurde. Während dieser Krisis steigerte sich in Folge der nie-drigen Preise der Absatz der Kohle, auch stieg die Arbeitsleistung. Ein Arbeiterförderte 1858 durchschnittlich 720, 1861 schon 902 6 Ao Tonnen.
Dieselben Erscheinungen wiederholten sich bei der letzten, noch grösserenKrisis, welche 1874 eintrat und erst Ende vorigen Jahres einem neuen AufschwungPlatz machte. Parallel der Entwicklung in Essen-Werden-Broich ging diejenigedes Steinkohlen-Bergbaues in den anstossenden Kreisen Bochum-Dortmund. ImJahre 1302 werden zuerst Kohlengruben bei Dortmund erwähnt. Um 1600 erscheintdie Steinkohlengewinnung als Regal des Magistrats, damals kamen Bergleute ausLüttich herüber. Um den Kohlen-Absatz zu fördern, machte die preussische Re-gierung im vorigen Jahrhundert die Ruhr schiffbar und gab 1772 die Ruhr-Schiff-fahrt vollständig frei. Der Absatz auf dem Flusse hob sich bald derartig, dassschon 1802: 3000 Schiffe die untere Schleuse passirten. Die Kohlen-Förderung derGrafschaft Mark betrug 1787: 1 769 000 Scheffel und stieg bis 1852 auf 19 500 000.
Der Steinkohlen-Gräbereien an der Saar wird zuerst im 15. Jahrhundertgedacht. Zu einiger Bedeutung gelangte der dortige Bergbau erst um dieMitte des vorigen Jahrhunderts unter der thatkräftigen Regierung des FürstenWilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken, welcher sowohl den Steinkohlen-Berg-bau förderte wie auch durch Errichtung zahlreicher neuer Hüttenwerke undFabriken den Grund zur dortigen Gross-Industrie legte. Ursprünglich betriebendie Gemeinden dort selbst den Bergbau. Dies führte aber zu Missbräuchen undStreitigkeiten, wesshalb Fürst Wilhelm Heinrich 1740 den Betrieb der Gruben selbstübernahm, wogegen die Einwohner der Gemeinden ihren Bedarf an Kohlen zu denFörderungskosten erhielten. So wurden noch 1836 an 116 Gemeinden 405 750Centner Steinkohlen zum Hausbrande gegen sehr niedrige Vergütung abgegeben.Früher nur von Schmieden benutzt, gewann die Steinkohle allmählich Eingang beimHausbrand und zu industrieller Verwendung. Die Landesherren der benachbartenTerritorien mit Ausnahme von Lothringen folgten dem Vorgange des Fürsten vonNassau-Saarbrücken und machten den Steinkohlen-Bergbau fiscalisch. Die erstePrivat-Steinkohlen-Concession wurde 1804 ertheilt, später folgten andere, abernoch heute ist der Hauptbesitz in Händen des Staates. Die Förderung von 1750betrug 50—75 Tausend Centner jährlich, sie stieg bis 1795 auf 1 000 000 und bis1815 auf 1600 000. Diese stetige, aber langsame Entwicklung dauerte bis 1850;die Förderung betrug 1830: 4 und 1850: 12 Millionen Centner. Einen gewaltigenAufschwung nahm dagegen die Kohlenförderung erst seit der 1850 beginnendenAufschliessung des Saarbeckens durch die Eisenbahnen. An Stelle der alten kleinenLandgruben mit ihren Stollenbauten traten Tiefbau-Schachte mit grossen Dampf-maschinen und Tausenden von Arbeitern. Die Kohlenförderung erreichte schon 1853:20 Millionen, 1860: 40, 1866: 60 und 1875 sogar 102 Millionen Centuer. Hiervon