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4 (1887)
Seite
610
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610 EINLEITUNG ZUR VORLESUNG ÜBER HARTMANNS EREK.

sie nie verletzt hat und zu verletzen niemals die Absicht zeicrtSie hat nichts gethan als, während sie ihn für schlafend hältdarüber klagen, dass sein guter Ruf zu Grund gegangen sei; Erekhatte eher Ursache, ihr dafür zu danken. Aus dem Mabinogientnehmen wir, dass Erek die Worte der Enite falsch verstehtund glaubt, sie liebe einen Anderen und wünsche seinen Tod;jetzt ist die Prüfung, die er.mit der Erhebung zu ritterlichemLeben verbindet, ganz natürlich und erscheint nicht mehr alsHärte. Ich führe nur diese Beispiele an; es gibt noch andereAbweichungen, wo mir das Mabinogi .den Vorzug zu verdienenscheint. So tritt die Mutter der Enite auf (in dem deutschenGedicht wird nur nebenbei die hüsfrouwe genannt 312 undbeim Abschied, den Enite von ihr nimmt, 1460), und sie undder greise Vater begleiten die Jungfrau zu dem Sperberfest inTulmein, was an sich anständiger und der Sitte angemessenerist, als wenn sie allein mit dem fremden Ritter hingeht. Viel-leicht hat der französische Dichter dieses Gefühl [gehabt] undden Herrn von Tulmein deshalb zu einem Verwandten der Enitegemacht. Das Abenteuer mit Mabonagrin ist in der armori-canischen Sage viel kürzer erzählt, und das französische Gedichtgewährt hierin wohl eine vollständigere Überlieferung: gleich-wohl kommen auch eigene Züge vor. Der Baumgarten ist nichtbloss von einem Nebel umgeben, sondern auch ganz mit Pfählenumsteckt, so hoch als das Auge reicht, auf welchen, bis aufzwei, die Häupter der Erschlagenen stecken.

Ich kann die Betrachtung der Mabinogion. nicht schliessen,ohne auf den Werth aufmerksam zu machen, den diese wiedergeöffnete Quelle für die Erforschung und Beurtheilung der epi-schen Volkssagen der Galen hat. Ihre weitere Bekanntmachung,auf die wir hoffen dürfen, wird daher sehr erwünscht kommen.

So weit die Einleitung; ich glaube die Hauptpunkte be-rührt und auf die Fragen, die sich aufdrängen, eine klare Ant-wort gegeben zu haben, wenn sie auch der Lage der Dingenach nicht jedes Mal eine entscheidende sein konnte. Aber dieWissenschaft schliesst nicht ab: neue Forschungen werden sie