Druckschrift 
4 (1887)
Seite
607
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EINLEITUNG ZUR VORLESUNG ÜBER HARTMANNS EREK. QQJ

dort, wo er vielleicht die Stelle eines alten heidnischen Gotteseinnahm, ans einem wilden, kriegerischen Helden zu einem inhoher und glänzender Stellung nur die Geschicke lenkenden,selbst wenig thätigen Oberhaupt, wie er in den erhaltenen Ge-dichten erscheint und Karl der Grosse in dem kerlingischenSagenkreis auftritt. Auch Erek zeigt sich bei den Barden(Schulz S. 321) als ein ganz anderer, und auch von ihm magnur der Name in die Mabinogion übergegangen sein. Parzifalheisst bei den Barden und Gottfried von Monmouth wie inden Mabinogion Peredur. Ist die Erklärung, die Villemarque(1, S. 195197) von dem Namen gibt, richtig, wonach er so vielheisst: »der Sucher des Gefässes, des Beckens« in Beziehungauf ein wunderbares Gefäss, von welchem die altgälischen Dich-tungen berichten, dass es die Kraft gehabt habe, tödtliche Wun-den zu heilen, selbst das Leben zurückzugeben, ist diese Er-klärung richtig, so würden wir ein Zeugnis von dem frühenDasein der Graalsage in Britanien haben, die in den nordfran-zösischen Dichtungen nur eine christliche Färbung erhielt.

So viel von dem Alter der Mabinogion; wir wissen, dasssie gälischen Ursprungs sind, aber wir müssen noch die Fragenach ihrer nächsten Heimath genauer ins Auge fassen. IhrSchauplatz ist in Britanien. In England befinden sich auch dieHandschriften, aber ich zweifle nicht, dass sie auch den Britendes festen Landes, den Armoricanern, eigen waren, es magnun die Sage ursprünglich gemeinschaftlich gewesen, oder siemag bei den vielfachen Berührungen, die zwischen Galen vonWales und Bretagne stattfanden, oder bei Übersiedelungen nachFrankreich herübergewandert sein. Villemarque möchte sie gerneden Armoricanern zueignen (2, S. 327334); allein seine Gründegelten nicht für alle Mabinogion. Für die Iweinsage lässt sichanführen, dass sie insoweit in der Bretagne spielt, als der WaldBreziljan, wo das Wunder mit dem Brunnen vor sich geht,dort lag und aus anderen Anführungen bekannt ist. In demErek zeigt sich deutlich eine Berührung mit französischer Dich-tung, die nur in der Bretagne stattfinden konnte (Schulz S. 327).Es wird darin gesagt, dass der zwerghafte Guivreiz bei denFranken Gwiffert le petit heisse (Villemarque 2, S. 85), und an