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4 (1887)
Seite
604
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604 EINLEITUNG ZUR VORLESUNG ÜBER HARTMANNS EREK.

ohne Zweifel seine Ansicht in vielen Punkten ändern. DenWerth der gälischen Litteratur und alte, ursprüngliche Bestand-theile darin hat er mit richtigem Takt erkannt. Gegen Paurielgerichtet ist eine Beurtheilung A. W. v. Schlegels, die in seinenEssais litteraires et historiques (Bonn 1842) wieder abgedrucktist. Seines abschreckenden Urtheils über die gälischen Dich-tungen habe ich schon vorhin gedacht. Gervinus redet in seinerGeschichte der deutschen Dichtung (1, S. 243 ff.) auch überdie britischen Dichtungen, wie er selbst sagt, aus Mangel anEinsicht in die Quellen, nur im Allgemeinen. Er kommt zudem Schluss (S. 251. 252), dass die Tafelrunde erst nach Be-kanntschaft mit den französischen Gedichten in die Arthursagegerathen und das Meiste darin ohne allen Zweifel reine Er-dichtung sei, ein Ergebnis, dem ich, wie Sie hernach sehenwerden, nicht beitreten kann.

Zuerst müssen wir wissen, in welche Zeit die Abfassungder Mabinogion fällt. Die Handschrift von dem rothen Buch,die Lady Guest benutzte, gehört in das vierzehnte Jahrhundert,die andere, die Villemarque vor sich hatte, in das dreizehnte; soweit sind wir sicher. Es gibt eine Nachricht, wonach die Ur-schrift, aus welcher jene beiden Codices müssen abgeleitet werden,durch einen gälischen Barden in den Jahren 10791137 ver-fasst wurde. Diese Urschrift soll in einem Brande zu Londonverloren gegangen sein (Villemarque 2, S. 324). Diese Nach-richt hat nichts an sich Unglaubliches und kann begründetsein; man müsste demnach die Entstehung der Sammlung inden Anfang des vierzehnten Jahrhunderts setzen. Die Prosader Erzählung ist schlicht und einfach, ohne alle Kunst. Esist an sich, der Natur der Dinge nach, sehr wahrscheinlich,dass ihre Quelle metrische Gedichte waren, zumal sich hierund da noch gereimte Zeilen finden. Die erhaltenen Mabinogionweisen also noch auf ein höheres Alter zurück, als aus denHandschriften folgt.

Wir haben es hier nur mit den Erzählungen zu thun, diezu dem Pabelkreis von Artus und der Tafelrunde gehören. Wirfinden die Sage von Owein (Iwein), Peredur (Parzival) undGheraint (Erek), gerade die, von welchen auch nordfranzösische