516 UNBEKANNTES GEDICHT VOM ROSENGARTEN.
scheinlich waren im Vorhergehenden Aldrian und der MönchIlsan als Kämpfer bestimmt, und Hagen, besorgt für Aldrian,wünscht, dass sie getrennt werden. Aldrian ist als HagensVater, wie er auch hier (331) bezeichnet ist, bekannt (Helden-sage S. 86. 88. Rosengarten D 173), tritt aber sonst nirgendauf, und es scheint, wo von ihm die Rede ist, dass er nichtmehr am Leben sei. Herzog Aldrian verlangt aber zu kämpfen,dem Mönch werde Dieterich, sein Herr, nicht zu Hülfe kommenund ihn nicht wieder sehen. Ilsan erwidert, er werde sich seinerwehren. Dem alten Hildebrand an der Gartenwand wirdangst, und er winkt seinem Herrn, wohl um ihn auf die Gefahraufmerksam zu machen. Jetzt suchen die Helden ihre Schilde,und Kriemhilt lacht, als sie gewafent sind. Dieterich spricht:»die zwei kann niemand scheiden: eiuer wird sterben«. Zornigerhebt der Mönch seinen Schild, und Aldrian gibt ihm mit495 einem Kolben harte Schläge. »Bei Gott im Himmel« (das wirdwohl der Sinn der Zeile 238 sein), spricht der Mönch, »dusollst dein Klopfen lassen«. Der junge Alfart, der auch in Dunter den Wülfingen erscheint, tritt hier (240) auf, er will demIlsan beistehen; seine Worte sind wegen des zerstückten Textesunverständlich. Der Mönch versetzt dem Aldrian harte Schläge,bis er endlich den Schild über das Haupt hebt und ihn durchdas Herz sticht. Jetzt thut es Hagen leid, dass Aldrian dieRosen im Garten brach (206—263).
Was nun folgt, ist wegen der lückenhaften Spalte nicht zuenträthseln. Wahrscheinlich klagt Alfart über die streitlustigeHaltung des Mönchs, der, wie es scheint, mit den zu Wormsversammelten Recken einen allgemeinen Kampf beginnen will.Auf ihn geht es wohl, wenn es (292) heisst: der vane ist angebunden; denn das ist das Zeichen der Kampfbereitschaft(Nibelungen 193,1). »Er muss von hinnen« (es ist auch wohlAlfart, der spricht), »oder wir liegen alle todt«. Der zornigeMönch schwingt Schild und Schwert. Hagen sagt: »herbei,wer meinen Vater rächen will! Ein neues Jammerspiel soll an-heben«. Wolf hart blickt den Mönch an und ruft mit lauterStimme: »Herr von Bern, hört, was mein Vetter Ilsan spricht!Was er auch beginnt, ich werde ihm beistehen«. Hildebrant