UNBEKANNTES GEDICHT VOM ROSENGARTEN. 515
heisst. Das Schildzeichen ist ein schwarzer Adler und einhalber Löwe in weissem Feld, das dem Rüdeger nirgend bei-gelegt wird, aber in einigen späteren Gedichten führt Dietericheinen Löwen und Adler im Schild (Heldensage S. 143), unddieses Zeichen scheint seinem Geschlecht eigenthümlich gewesenzu sein, da es Ermenreich dem Heime verleiht (DieterichsDrachenkämpfe 654). In unserem Gedicht wird es wahrschein-lich dem Nudung nur deshalb zugetheilt, weil er ein Verwandterdes Berners sein soll (133). Davon weiss die Dichtung sonstnichts, aber man könnte hierher ziehen, dass nach das Viltina-saga Gudelinde die erste Frau Thidreks war, vgl. Heldensage 494S. 180. Überhaupt erscheint er als Kämpfer im Rosengartenbefremdlich, da er nach C und D schon längst von Witticherschlagen war, der nicht eher kämpfen will, als bis sich Rüdegerdeshalb mit ihm versöhnt hat, vgl. Heldensage S. 101. NudungsGegner, König Günther, führt drei Pfauen im Schild, hier allein;andere Zeichen sind in der Heldensage S. 129 nachgewiesen.Wie Dieterich um seinen Neffen, so ist Kriemhilt um ihrenBruder besorgt, und der Kampf unterbleibt, indem die Königinbeiden den Preis ertheilt (109—150).
Abermals fordern Kriemhilt und üieterich zwei Heldenzum Kampfe auf. Die Mutter der Kriemhilt (genannt wird sienicht), die in den anderen Gedichten vom Rosengarten nichterscheint, jammert über die Mordlust ihrer Tochter und beklagt,dass sie sie zur Welt gebracht habe. . Kriemhilt erwidert, siehabe sehen wollen, wer Frauen dienen könne, und deshalb soviele herrliche Männer zusammengebracht. Walther billigt dasund fragt, wer mit Eckewart kämpfen solle. Hagen nennt denHerbort von dem Rhein in (D 185. 1067. 1535. 1560), sagtaber, dass Heime der Erste sein wolle. Kriemhilt willigt ein.Am anderen Morgen gebietet Dieterich seinen Helden zuvorMesse in seiner Kapelle hören. Darnach reitet Heime wohl-bewaffnet in den Garten. Den Ausgang des Kampfes erfährtman nicht, weil hier das Pergament abgeschnitten ist (131—205).
Hagen von Burgundreich (so heisst er hier, nicht vonTronje; doch die Sage kennt ihn als Verwandten der burgun-dischen Könige) spricht, man solle sie beide scheiden. Wahr-
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