UNBEKANNTES GEDICHT VOM ROSENGARTEN. 5 ] 7
spricht zu seinem Herrn, er möge seine Recken sich waffnenlassen. Ilsan: »wollen sies zum Verderben wenden, ich streiteallein mit siebenzigen« (264—321).
Hierauf fehlt ein Blatt, in welchem wahrscheinlich gesagtwar, dass man den Kampf gegen den Mönch verhindert habe.Hagen nämlich und Dankwart, sein Bruder, kommen zu Diete-rich und erklären ihm, dass sie dem Mönch Ilsan den Tod ihresVaters verzeihen: es wäre nicht so weit gekommen, wennAldrian die Scheidung des Kampfes zugelassen hätte. Dieterichverkündigt das den Seinigen. Dankwart ist als Bruder desHagen aus den Nibelungen bekannt, erscheint aber nicht inden anderen Darstellungen des Rosengartens (322—366).
Hagen schreit Weh über Kriemhilt, die das Verderben an-gestiftet hat, und Dankwart sagt, es werde ihr vergolten werden.»Wozu das Geschrei?« erwidern Gibich und Gernot, »der Mannist todt!« »Das ist wahr, wir müssen ihn todt sehen,« sprichtHagen und ruft die Seinigen auf, die den Tod seines Vatersan Kriemhilt, der Mörderin, rächen wollen. Aber auch Wolf-hart will Theil nehmen und sein Schwert Male ziehen. DiesesSchwert wird ihm hier allein beigelegt, doch führt im Ruther(4153) ein anderer ein Schwert, das Mal heisst. Hagen ist 496mit hundert Mannen bereit (367—376). Befremdlich ist, dassein Wölfing und ein rheinischer Held sich einigen, die sonstnur als Feinde auftreten, und deshalb merkenswerth, dass imRosengarten D etwas Ähnliches von ihnen berichtet wird. Alsnämlich die Zweikämpfe im Garten beendigt sind, klagt Hagenüber die Wunden, die ihm Wolfhart geschlagen hat:
Do sprach Wolfhart »mir ist leide geschehen,
einer statten friundschaft soltu mir verjehen«.
»gerne« sprach do Hagene, »diu schulde ist nicht din,
den mort hat gebriuwen Kriemhilt diu künegin 2347—2350.
In der Lücke ward wohl erzählt, dass sich Kriemhilt be-mühte den Kampf beizulegen, den Hagen beginnen wollte. Sieist es wohl, welche sich zu einer Herzogin Seburg begibt.Diese ist sonst nicht bekannt, scheint aber im Dienst der Kriem-hilt zu stehen, da sie Befehle von ihr erhält. Die Königinsagt zu ihr: »geh zu deinem Geliebten«, womit ohne Zweifel