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4 (1887)
Seite
514
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514 UNBEKANNTES GEDICHT VOM ROSENGÄRTEN.

seinem Gegner Wittich die Wahl, und dieser nimmt den präch-tigen. Nun beginnt zwischen beiden der Kampf oder, wie esscheint, er erneuert sich; denn vielleicht hatte Wittich denSchild verloren, und Walther lässt grossmüthig ihn einen aus493 den seinen wählen. Wittich wird verwundet, und die Hilde-gunt, die nur in dieser Bearbeitung auftritt, schlägt die Händezusammen, wohl aus Freude über den Sieg ihres Geliebten.Wittich weigert sich weiter zu kämpfen, und Hildebrandspricht: »so werden es andere thun«. Von diesem KampfeWalthers und Wittichs wissen die anderen Darstellungen nichts,wo dieser immer dem Asprian gegenübersteht (134).

Kriemhilt und Dieterich von Bern, die ihre Helden lenken,fordern zwei andere auf, sich zum Kampf zu stellen. Dietleipvon Steier erhebt sich. Er führt das Einhorn auf seinem Schild;das ist anderwärts das Zeichen ßiterolfs, seines Vaters, währendihm ein goldener Adler oder in der Viltinasaga ein elfendyr(Elephant oder Kameel) beigelegt wird; s. Heldensage S. 127.179.Gegen ihn kämpft ein Riese: in ABC steht ihm Walther gegen-über, in D Härtung von Rufzen. Wegen des lückenhaftenTextes ist die Beschreibung des Kampfes unvollständig: Diet-leip wird zweimal verwundet, erholt sich jedes Mal wieder undschlägt dem Riesen einen Schenkel ab, so dass er niederfälltund getödtet wird. Dietleip empfängt den Preis, den Rosen-kranz und Kuss der Kriemhilt. Den Namen des Riesen er-fahren wir nicht; er steht in einer unleserlichen Zeile (42).Ohne Zweifel aber ist Schrutan gemeint; denn Dieterich sagtzu dem Riesen: »du rächst deinen Neffen Ortwin zu frühe«,den er, der Berner, erschlagen habe (95-101); wir wissen aberaus C, dass Ortwin und Pusolt Schrutans Bruderkinder waren,vgl. Heldensage S. 249 (35108).

Dieterich ruft jetzt den Markgrafen Nudung und den KönigGünther zum Kampf. Nudung, den der Bern er seinen Neffennennt, führt das Schildzeichen seines Vaters, des Milden, wo-mit Rüdeger von Bechelaren gemeint ist. Er scheint also dessenStelle zu vertreten, und man darf schliessen, dass Rüdeger sowenig als Etzel hier erscheint. Nudung ist Rüdegers Sohn,wie in C 132ä und Dd 796, wie er anderwärts Gotelinden Kind