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4 (1887)
Seite
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432 1JIE SAGE VON POLYPHEM.

geblendet. Heulend erwidert Polyphem: »Wehe! Jetzt triffteine alte Verkündigung ein: mir ward geweissagt, ich solltedurch Odysseus' Hände des Lichtes beraubt werden. Ich er-wartete einen grossen und stattlichen Mann, und ein elender"Wicht hat mich, den vom Wein bewältigten, geblendet.« Dannlädt er den Helden ein, zu ihm zu kommen, damit er ihn alsGast bewirthe und ihm von Poseidon ein Geleit erflehe, dessenSohn er sei, und der ihn, wenn es ihm gefalle, auch heilenwerde. Odysseus erwidert, auch Poseidon werde ihm das Augenicht wieder geben. Jetzt streckt Polyphem die Hände genHimmel und fleht zu Poseidon, seinem Vater, dass Odysseusnicht wieder heimkehre oder doch spät, elend, ohne Genossenauf fremdem Schiffe, Unglück im Hause findend. Zum zweitenMal wirft er dem Odysseus ein noch grösseres Felsstück nach,das zwar das Schiff nicht trifft, aber nahe dabei niederfallendes vorwärts zu der Insel treibt, wo die anderen Schiffe ver-weilen und die Freunde besorgt sie erwarten. Die Herde Poly-phems wird gleich vertheilt; nur Odysseus erhält den Widdervoraus, den er dem Ordner der Welt weiht. Aber Zeus ver-schmäht das Opfer.

2. Zwischen die Jahre 11841212 fällt ein lateinischesWerk, das den Mönch Johann, der in der zum Bisthum Nancygehörigen Abtei Haute-Seille (Haute-Selve Alta Silva) lebte,zum Verfasser hat und den Titel führt: Historia septem sa-pientum. Bald hernach (zwischen 12221228) übersetzte eingewisser Herbers in französische Verse unter dem Titel: Liromans de Dolopathos. Man hat es bisher, durch die Ähnlich-keit des Titels verleitet, für eins gehalten mit den orientalischens Erzählungen der sieben weisen Meister. Der Dolopathos, denman nur aus Auszügen und einzelnen Stücken kannte, ist eben(Paris 1856) vollständig von Charles Brunet und Anatole deMontaiglon herausgegeben, und es zeigt sich, dass das franzö-siche Gedicht mit jenem orientalischen Werk nur drei Stückegemein hat und sonst völlig verschieden ist. Die lateinischeErzählung des Johann, von welcher Martene noch die .Hand-schrift in Händen hatte, ist gegenwärtig verloren. Seine Quelleist nicht bekannt, da er aber nach orientalischer Weise die Er-