DIE MYTHISCHE BEDEUTUNG DES WOLFES. 425
daz sie niht täten mere
der megede ungemaches.
sin übel herze swachez
gein der juncfrowen bran.
er ougte ir mangen wolfzan,
als im was gemasze Martina 58°, 15—20.
owe swem im daz gezimt,
daz er hie willeclichen nimt
diz honecgifte maz
daz der weite gemälet vaz
mit untriuwen biutet.
mit valsche sie hie triutet
ir toubez ingesinde,
den sie hie vil swinde
ouget einen wolfzan 215, 1—9.
Auch in folgender Stelle wird der Wolfszahn gemeint sein,
ich wändez (das Glück) hrete enblecketwilent gen mir sinen zan Lieders. 3. 539, 29.
Wolfram verbindet noch den Begriff des Giftes mit dem Wolfszahn,
gunerter lip, verfluochet man!
ir truogt den eiterwolfes zan,
da diu galle in der triuwe
an iu bekleip so niuwe Parzival 255, 13—16.
Daher spricht er auch von dem giftigen Zahn der Natter, der,wie der Wolfszahn, gleich einer Angel gekrümmt ist.
ir veder angel, ir natern zan! 316, 20.Ich habe nur eine Stelle bemerkt, wo der mit dem Wolf ver- 226wandte Hund seine Stelle vertritt:
ir wüetender hundes zan! Reinbot 4139.
Bei einem Spruch Freidanks muss ich verweilen:
swä ich weiz des wolves zant,
da wil ich hüeten miner hant
daz er mich iht verwunde;
sin bizen swirt von gründe 137, 23—26.
Wo ich den Wolf mit dem aufgesperrten Rachen und denscharfen Zähnen erblicke (wizzen heisst hier wie erkennen sovielals bemerken, sehen, dem lateinischen videre entsprechend, wonoch beide Begriffe, der sinnliche und abstracte, sehen und ein-sehen, zusammenfallen), womit er mich zu verschlingen droht,