414 DIE MYTHISCHE BEDEUTUNG DES WOLFES.
Im Iwein kommt ein Riese heran, der seine nur mit schlechtenHemden bekleideten Gefangenen misshandelt; dann heisst es:
214 si treip ein wäre (Zwerg) der si sluocmit siner geiselruotendaz si über al bluoten 4992—4930.da mite verriete uns der warch,
her (Ulysses) was listich unde karch Äneide 45, 24.und saget mir wes ist daz wip,
min kint (meine Tochter) ein ungetriuwer wäre? Lanzelet 1139.der (Maraduc) kan zoubers michels medan ieman in den riehen,mit dem suln wir beswichenFalerinen den kargen
mit allen sinen wargen das. 6992—6996.daz bediut die hellewargen,die gitlichen argen,die ir guot zesamne habentund ez verbergent und vergrabentvor gote und vor den liuten;die verliesent michel triuten Haupts Zeitschrift 7, 376.
Anzumerken ist hier das lateinische lupula als Schimpfwort fürHexe, Unholdin.
Wie man sich scheut, den Teufel zu nennen oder an ihnzu denken, weil er dann erscheint, so gilt das auch von demWolf. Bekannt ist das römische lupus in sermone, lupus infabula, das ursprünglich in diesem Sinn wird gegolten haben.Dem entsprechen deutsche Sprichwörter.
so man den wolf nennet
so er zuo drenget Sprichwort aus dem 14. Jahrhundert in Wacker-
nagels Lesebuch 1. 835, 7.Wenn man den Wolf nennt,
so kommt er gerennt Frisch Wörterbuch 2, 456 b .Wenn man des Wolfs gedenkt, so kömmt er 1, 732.
A. Gryphius (1698) Steinbach Deutsches Wörterb. 2, 1017.
Wenn man vom Wolf spricht, ist er nicht weit
Simrock Sprichw. 11804.Wenn man vom Wolf redet, guckt er über die Hecke 11805.Der Wolf ist in den Hecken
Alberus novum dictonarii genus (1540) Ziij.